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fosFARbase Fossile Fische, Amphibien und Reptilien aus dem Tertiär: Fundstellen, bio- und chronostratigraphische Zuordnung, Umwelt, Referenzen...

OSTEO Rezente Fische aus aller Welt: Bildmaterial von Skelettelementen und Zähnen, Fundstellen, Umwelt, Referenzen...

AMMON Paläozoische Ammonoideen: Fundstellen, Litho- und Chrono-Stratigraphie, Referenzen, Abbildungen: Fossil-Photos, Querschnitte, Septum, Suturen...

Literaturzitate Volltextsuche in Literaturzitaten (~27000): Autoren, Erscheinungsjahr, Titel, Schlüsselwörter...

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Projekt zu europäischen Sammlungsdatenbanken (mit weiteren Links), GBIF-Aufruf Wolfgang Kießling

Molasse.Net: Ein Netzwerk für die Erforschung der Molassezone

Die Molassezone, oder Nordalpines Vorlandbecken, entstand im Zuge der alpinen Orogenese und nahm die Erosionsprodukte des Alpenorogens auf. Durch das Wechselspiel aus globalen Meeresspiegelschwankungen, Subsidenz und dem Verhältnis aus Akkomodationsraum und Sedimentanlieferung, was unter anderem auch durch das Klima gesteuert wurde, kam es zu mehrfachem Wechsel von marinen und kontinentalen Ablagerungen. Die Sedimente des Molasse-Stadiums sind nicht nur von wissenschaftlichem, sondern auch wirtschaftlichem Interesse (Erdöl- und Erdgas-Vorkommen) und fanden von je her großes Interesse unter Geowissenschaftlern. Molasse.Net hat das Ziel, die wissenschaftliche Bearbeitung der Molassezone logistisch zu unterstützen - und zwar im Sinne einer Vernetzung von Geowissenschaftlern aus verschiedensten Wissenschaftsbereichen, sowie der Bereitstellung einer Internet-Plattform mit frei zugänglichen Ressourcen und der Möglichkeit zum Informationsaustausch. Neben laufend aktualisierten "News and Views" gibt es z.B. eine Aufschluss-Datenbank und Aufschluss-Fotos sowie Links zu anderen wichtigen relevanten Informationen. Die im fortgeschrittenen Aufbau-Stadium befindliche Homepage wird funktionell laufend ausgebaut; so sind z.B. eine Molasse-Literaturdatenbank und ein Email-Listserver geplant. Die Seite ist erreichbar unter der Adresse http://www.Molasse.Net.
Molasse.Net wurde initiiert im Zuge der Aktivitäten einer Arbeitsgruppe bestehend aus Dr. Ulrich Bieg (Sedimentologie, TU Darmstadt), Prof. Dr. James H. Nebelsick, (Invertebraten-Paläontologie, Universität Tübingen) und PD Dr. Michael W. Rasser (Sektion für Känozoische Invertebraten, Naturkundemuseum Stuttgart). Schwerpunkt dieser Arbeitsgruppe ist die Rekonstruktion von flachmarinen, siliziklastischen und karbonatischen Faziesräumen im Sinne von "paleoenvironmental reconstructions", wobei paläontologische, sedimentologische und stratigraphische Ansätze interdisziplinär kombiniert werden.
Ein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Obere Meeresmolasse (OMM; ca. 21-17 Mio. J. vor heute), die im frühen Miozän abgelagert wurde. Während seiner größten Ausdehnung erstreckte sich das OMM-Meer von der Küstenlinie entlang der Schwäbischen Alb im Norden bis zu den Alpen im Süden. Zur Zeit werden von uns drei Regionen besonders intensiv bearbeitet: (1) der Raum Tengen im Hegau, charakterisiert durch die Randengrobkalke, einem küstennahen, fossilreichen, siliziklastisch-karbonatischen Ablagerungsraum; (2) die Erminger Turritellenplatte, ein relitktisches Turmschnecken-Massenvorkommen nahe Ulm, das in seiner Art weltweit einzigartig ist; (3) die Aufschlüsse Rengetsweiler und Ursendorf bei Sigmaringen als Schulbuchbeispiele für hochenergetische siliziklastische Sedimente.
Im Sinne einer Vernetzung von Wissen und Kapazität sind neben einer Erweiterung der Arbeitsgruppe und der Schwerpunkte unter anderem die Organisation des internationalen Molasse Meeting 2008 am Naturkundemuseum Stuttgart und die Herausgabe einer Sonder-Publikation über die Molassezone, ebenfalls für 2008, geplant.
Informationen und Links zu diesem Artikel finden Sie auf der Homepage http://www.Molasse.Net.

M.W. Rasser, Stuttgart; U. Bieg, Darmstadt; J.H. Nebelsick, Tübingen


Die Sandgrube Rengetsweiler mit Sanden der Oberen Meeresmolasse. Durch die Unterstützung der Firma Steidle konnte hier die gesamte Abfolge erfasst werden.


Die Turmschnecken-Massenakkumulation der "Erminger Turritellenplatte" bei Ermingen nahe Ulm. Bildausschnitt ca. 30 cm.

© Paläontologische Gesellschaft, letzte Änderung 02.11.2009 durch August Ilg