Forschungsprojekte in der Paläontologie:
Stratigraphie, Paläoökologie und Paläobiogeographie der unterkambrischen "Görlitz-Fauna"
Ein Beitrag von Olaf Elicki, Freiberg
In aufgelassenen Steinbrüchen nördlich Görlitz sind unterkambrische Karbonate, Ton- und Siltsteine aufgeschlossen (Charlottenhof Formation). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus letzteren erstmals Trilobiten beschrieben, die jedoch erst später als höher-unterkambrisch erkannt wurden.
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Die Schichtenfolge des Görlitzer Unterkambriums ist bis zu etwa 300 m mächtig. Den tieferen Teil nehmen grobkörnige Dolomitgesteine ein (Untere Ludwigsdorf Subformation), auf welche geschichtete Kalksteine folgen (Obere Ludwigsdorf Subformation). Auf letzteren entwickelt sich dann sehr rasch die feinkörnige Lusatiops Subformation (Ton- und Siltsteine). Das stratigraphische Liegende ist nicht bekannt (eine Bohrung, welche das Kambrium durchteufte, stieß auf Oberkarbon), so dass die gesamte Schichtenfolge als überschoben bzw. als großer Teil einer Schlammstromablagerung (Olistolith) interpretiert wird. Auch im Hangenden folgen Schichtlücken.
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Abb. 1: Die sedimentäre Abfolge des Görlitzer Unterkambriums
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Während aus der feinkörnigen Lusatiops Subformation immer wieder Trilobiten und Brachiopoden bekannt wurden, ist aus den darunter liegenden Karbonaten der Oberen Ludwigsdorf Subformation erst in den 90er Jahren eine reiche Fauna geborgen worden (Elicki, 1994). Am häufigsten treten isolierte Reste von Mollusken, Eocrinoiden und Schwämmen auf. Außerdem finden sich Trilobiten, Brachiopoden, eine Reihe unbekannter Formen - sogenannte "small shelly fossils" - und Cyanobakterien.
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Abb. 2: Typische Vergesellschaftung von "small shelly"-Fossilien aus der "Görlitz-Fauna" mit oftmals unklarer systematischer Zugehörigkeit.
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| Abb. 3: Häufige Elemente der "Görlitz-Fauna" sind Mollusken; einige Formen dominieren mitunter ganze Lebensräume |
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