Forschungsprojekte in der Paläontologie:
Das UNESCO Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel am Hessischen Landesmuseum Darmstadt (HLMD): Sammlungen und Forschungen
Ein Beitrag von Norbert Micklich und Gabriele Gruber, Darmstadt
Seit 1874 entstand am HLMD die älteste und eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Fossilien aus den 49 Millionen Jahre alten bituminösen Tonsteinen (Ölschiefern) der Grube Messel. Diese umfasst zahlreiche Typen und Belegexemplare, darunter weltberühmte Raritäten wie den Ameisenbären Eurotamandua joresi und den Urtapir Hyrarchyus minimus. Ein weiteres Highlight, das Scheinraubtier Lesmesodon behnkeae, stammt aus der Sammlung BEHNKE, einer der bedeutendsten privaten Messel-Sammlungen überhaupt. Diese konnte erst vor relativ kurzer Zeit - zusammen mit dem Ameisenbären - angekauft und dauerhaft für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit gesichert werden. Wichtig sind auch die nur hier vorhandenen Fossilien-Bestände aus der benachbarten Grube Prinz von Hessen. Diese ist heutzutage ein für Grabungen nicht mehr zugänglicher Badesee. Die von dort stammenden Funde sind auch dadurch interessant, dass sie wahrscheinlich eine etwas andere Lebens-/Grabgemeinschaft als diejenige der Grube Messel repräsentieren.
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Abb.1: Der Urtapir Hyrachyus minimus. Inventar-Nr. HLMD-Me 16000, Gesamtlänge ca. 100 cm.
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Seit 1966 führt das HLMD regelmäßig wissenschaftliche Messel-Grabungen durch. Auch heute noch werden die Sammlungsbestände durch alljährliche Grabungskampagnen erweitert. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen ist es heutzutage allerdings kaum mehr möglich, Messel-Fossilien in der Anzahl, Qualität und Bedeutung zusammenzubringen wie sie während der Notgrabungszeit, d.h. vor der endgültigen Sicherung der Grube als Weltnaturerbe Denkmal der UNESCO, möglich waren. Jetzt steht vor allem die Erforschung und Rekonstruktion des ehemaligen Lebensraumes im Vordergrund. Hierzu ist eine zeitaufwändige, schonende Grabungsweise, verbunden mit einer sehr sorgfältigen Dokumentation der Funde selbst vonnöten. Eine Datenbank wurde geschaffen, die nicht nur Informationen über geborgene Fossilien, sondern auch über nicht geborgenes Material und geologische Gegebenheiten erfasst.
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Abb.2: Das Scheinraubtier Lesmesodon behnkeae. Holotyp, Inventar-Nr. HLMD-Be 156, Gesamtlänge ca. 40 cm.
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Abb.3: Verkieseltes Palmholz aus der Grube Prinz von Hessen. Inventar-Nr. HLMD-Me 7067, maximale Gesamtlänge 23,5 cm. |
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