Forschungsprojekte in der Paläontologie:Die rugosen Korallen des Devons (Givetium - Frasnium) des rechtsrheinischen Schiefergebirges (Sauerland, Bergisches Land)Ein Beitrag von Stefan Schröder, Köln Die Devongebiete des rechtsrheinischen Schiefergebirges (Bergisches Land/Sauerland) spielen seit Anbeginn der geologisch-stratigraphischen Untersuchungen eine wesentliche Rolle in der Erforschung des deutschen Paläozoikums. Zahlreiche Lokalitäten können zu den weltweit bekannten, klassischen Devon-Vorkommen gerechnet werden, wie z.B. die "Steinbreche", die Aufschlüsse im "Schlade-Tal" der Paffrather Mulde oder der Briloner Massenkalk-Komplex (vgl. Abb 1).
Abb 1: Strukturkarte des Rheinischen Schiefergebirges; aus R. WALTER, 1995: Geologie von Mitteleuropa/Schweizerbart) Obwohl während der letzten 200 Jahre aus dem Devon der Bergisch-Gladbach Paffrather Mulde und dem Sauerland zahlreiche devonische Fossilien beschrieben wurden, sind die Korallenfaunen bislang noch weithin unbearbeitet, und Daten zur Korallen-Stratigraphie sind immer noch so gut wie unbekannt. Die paläontologische Bearbeitung der Makrofauna und insbesondere der Riffbildner ist z.B. im Vergleich mit der Eifel generell als ungenügend anzusehen.
Die bisher aus dem rheinischen Schiefergebirge bekannt gewordenen rugosen Korallenfaunen wurden zum größten Teil durch Untersuchungen an eifelischen Arten der Eifel abgedeckt, von wo zahlreiche Taxa bis in die letzten Jahre hinein als neu für die Wissenschaft beschrieben wurden (z.B. SCHRÖDER 1995; 1997b). Hierzu sei lediglich auf die Zusammenstellung einiger wesentlicher Arbeiten über Eifel-Korallen in LÜTTE & SCHRÖDER (1998) hingewiesen, aus der sich zahlreiche weitere Zitate zu diesem Thema erschliessen. Unsere Kenntnis über die Eifel-Korallen ist jedoch nach Muldengebieten regional sehr unterschiedlich fortgeschritten. So sind z.B. die Faunen der Hillesheimer gut belegt und ausreichend bearbeitet, doch bestehen weiterhin große Unsicherheiten, was die stratigraphische und geographische Verbreitung der Arten in der gesamten Eifel betrifft. Andererseits ist es aber zumindest möglich, die Faunen grob zu charakterisieren. Trotzdem wurde es bislang versäumt, biostratigraphisch und biofaziell relevante Assoziationen auf Basis der Korallenfaunen zu erstellen. Mit der Eifel auch nur in etwa vergleichbare aktuelle Faunen-Bearbeitungen fehlen dagegen für das östliche Schiefergebirge völlig und stellen eine sehr schmerzhafte Lücke in der Korallenpaläozoologie wie auch generell der deutschen Devon-Forschung dar.
(Abb. 3: Stringophyllum acanthicum (FRECH 1885) eine häufige rugose Koralle des Massenkalkes) -----------------------
Im Rahmen zweiter DFG-Projekte (DFG Le 580/10 sowie DFG 216240) werden die rugosen Korallen aus dem höheren Devon (Givetium/Frasnium) des rechtsrheinischen Schiefergebirges (Sauerland/Bergisches Land) erstmals systematisch-taxonomisch untersucht. Der Schwerpunk wird dabei auf die Faunen des Bergischen Landes gelegt, die bislang noch nie Gegenstand einer umfangreicheren Bearbeitung waren. Daten zur stratigraphischen Verbreitung und Faunenkomposition der rugosen Korallen sollen erstmals erfasst und die taxonomische Bearbeitung der Taxa auf den zur Zeit herrschenden internationalen Standard der Korallenforschung gebracht werden. Mit Hilfe der Korallenzonierung kann nun auch die Datierung ausgedehnter Riffkomplexe (Massenkalke) durchgeführt werden (vgl. Abb. 2); ein seit langem ungelöstes Problem, da für eine exakte Alterseinstufung nur wenige Zeitmarken zur Verfügung stehen. Die Condodontenführung reicht in rezifalen Ablagerungen in der Regel für eine Datierung und Korrelation nicht aus, weshalb hier die Makrofaunen bzw. Riffbildner zu bevorzugen sind. Mittels der Bestandsaufnahme und der Feststellung biostratigraphisch-faziell relevanter Korallenassoziationen kann die in der Eifel erarbeitete Korallenzonierung erweitert, sowie eine überregionale Korrelation mit anderen Devon-Gebieten (z.B. Belgien, Frankreich, Polen) ermöglicht werden, die bislang wegen fehlender Daten aus dem rechtsrheinischen Devon verhindert wurde. Zitierte Schriften: Ste.Schroeder@gmx.net
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