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Hilferuf aus Köln !!! in einer beispiellosen Hauruck-Aktion sollen nun auch vier Stellen im Bereich Geologie-Paläontologie-Mineralogie an der Universität Köln dem Rotstift zum Opfer fallen. Dies wird damit begründet, daß wegen der längeren Arbeitszeit der Beamten in Nordrhein-Westfalen und dem entsprechend erhöhten Lehrdeputat weniger an Personal benötigt wird. Die Streichungen betreffen Professuren und Akademische Räte, wobei letztere über C1/BAT IIa-Stellen "zwischenfinanziert" werden können. Obwohl das Rektorat die Anzahl der zu streichenden Stellen gleichmäßig auf die Fakultäten und Verwaltungen verteilte, soll dort "strukturiert" gekürzt werden - sicher ein wunderbar mit verlängerter Arbeitszeit zu korrelierendes Argument! Interessant ist, daß die Kürzungenbestrebungen den Angehörigen der math.-nat. Fakultät mit dem ausgehenden Sommersemester mitgeteilt wurden (Fakultätssitzung am 15. 7), darauf in einer Sitzung der Kommission Planung und Finanzen am 21. 7. auf die einzelnen Fächer verteilt und dieser Verteilungsmodus von der Engeren Fakultät am 26. 7. sanktioniert wurde. Bereits morgen sollen die vier Stellen in einer weiteren Sitzung der engeren Fakultät benannt, abgenickt und dem Rektorat mitgeteilt werden. Spätestens bis Mitte Oktober müssen die Stellen dann nach Düsseldorf gemeldet werden. Angesichts der Übermacht der anderen Fächer in der Fakultät, einem bereits wohl überlegten Vorschlag des Dekans, eines Physikers, und des St. Florian-Prinzips hatten die Geowissenschaften bei dieser Entscheidung nicht den Hauch einer Chance (und wurden übrigens auch nicht von der Geographie unterstützt). Bei diesem Zeitplan und dem Sommerloch aus Urlaub-Exkursion-Gelände ist natürlich weder eine gut überlegte und strukturierte Nennung von Stellen noch ein organisierter Protest möglich. Es ist weiterhin interessant, daß nur zwei Bemessungskriterien verwendet wurden, nämlich die Summe der eingeworbenen Drittmittel im laufenden Jahr/absolut und umgerechnet pro Prof sowie die Anzahl der Absolventen, ebenfalls absolut und pro Prof. Nachdem bei uns drei Professuren gerade neu besetzt werden sollen sowie ein weiterer Kollege im nächsten Frühjahr ausscheidet, sind die Drittmittel im laufenden Jahr unterdurchschnittlich. Bei den Absolventenzahlen hat man den Schulfächern Geographie, Biologie, Chemie, Physik und Mathematik auch die Staatsexamen zugerechnet - natürlich müssen auch hier die Geowissenschaften schlecht abschneiden. Zudem wurde die Mineralogie, obwohl wir per Dekret des Dekan zu einem Institut für Geologie und Mineralogie zwangsvereinigt wurden, als Einzelinstitut mit den bekannt schlechten Absolventenzahlen gerechnet, unabhängig davon, daß das Fach Pflichtprüfungsfach im Studiengang Geologie-Paläontologie ist. Bei gemeinsamer Berechnung liegen wir mit Absolventenzahlen immer noch über den Instituten Entwicklungsbiologie, Kernphysik und Informatik. Betrachtet man die Leistungsfähigkeit der Kölner Geowissenschaften, so stehen sie im NRW-Vergleich hervorragend da - in keinen der angewendeten Kriterien (Drittmittel mit diverser Gewichtung, ebenso Studentenzahlen) sind wir unterdurchschnittlich. Dies wurde noch im vergangen Winter im Rahmen des "Hochschulkonzeptes NRW 2010" von Fakultät und Universitätsleitung hervorgehoben. Es dürfte auch interessieren, daß die Mineralogie bereits im vergangenen Sommer eine Professur einbüßte und eine weitere aus strukturellen Gründen in eine C1-Stelle umgewandelt wurde. Mit der weiteren Kürzung von vier Stellen werden wir zur in der BRD schon vielfach verwirklichten Marginalie, die zwar noch ihren Lehrbetrieb aufrecht erhalten kann, aber mangels Zeit und Masse kaum noch eine (internationale Rolle) in der Forschung spielen kann. Interessant ist auch der Ansatz des Dekans, daß Geologie-Paläontologie-Mineralogie-Kristallographie in Deutschland generell im Abbau begriffen sind - offensichtlich "weil der Studiengang - gerade in der Mineralogie - nicht nachgefragt wird" und sich Köln diesem Argument nicht verschließen kann. Dies ist eine überaus gefährliche Abwärtsspirale, der man entgegentreten muß, gerade angesichts dessen, daß es "in den Fächern Physik, Chemie und Biologie bundesweit "riesige Ressourcen" gebe an Bauten, Geräten und Personal. Verglichen damit kämen aber aus den Studiengängen "relativ wenig Absolventen" heraus" (Pressemitteilung Nr. 055/2004 der Universität Würzburg, Uni-Präsident A. Haase vom 23. Juli 2003. Angesichts dieser desaströsen Entwicklung bitte ich Sie herzlich um Unterstützung mit einem Protestschreiben an Rektor der Universität zu Köln Herrn Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Tassilo Küpper Albertus-Magnus-Platz 50923 Köln oder E-Mail: rektor@uni-koeln.de Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen bereits jetzt und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr Hans-Georg Herbig
aus der Leipziger Volkszeitung vom 6.5.2004 Sehr geehrte Kollegen der geowissenschaftlichen Gesellschaften und
Vereinigungen,
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