Paläontologische GesellschaftPressespiegel der PaläontologieHier finden Sie eine Auswahl aktueller Meldungen aus der Presse. Haben Sie eine interessante entdeckt? Bitte mitteilen!
Pressestimmen: knochenfressender Wurm, Steffen Kiel (1) Pressestimmen: knochenfressender Wurm, Steffen Kiel (2) Pressestimmen: knochenfressender Wurm, Steffen Kiel (3) Versteinerte Wälder im Perm der Nord- und Südhalbkugel (scinexx Das Wissensmagazin)
Chamer Zeitung von Samstag, den 13.09.2008 SWR2 Campus Versteinerter BissAngefressene fossile Blätter geben Aufschluss über die Insektenvielfalt vor 50 Millionen Jahren. Beitrag von Michael Stang Wie sich die Artenvielfalt nach dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren verändert hat, diese Frage beschäftigt die Paläontologen schon lange. Vorrangig werden dazu natürlich versteinerte Tiere direkt als Zeugen der Vergangenheit herangezogen. Aber es gibt auch indirekte Möglichkeiten, eine Inventur zu machen. Z. B. hinterlassen Pflanzenfresser typische Biss-Spuren an versteinerten Blättern. Und genau die sollen nun zum Sprechen gebracht werden. Michael Stang über ein Projekt, das in dieser Woche auf der Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft in Freiberg vorgestellt worden ist.
John M Guinotte, James Orr, Stephen Cairns, Andre Freiwald, Lance Morgan, and Robert George Will human-induced changes in seawater chemistry alter the distribution of deep-sea scleractinian corals?The answer to the title question is uncertain, as very few manipulative experiments have been conducted to test how deep-sea scleractinians (stony corals) react to changes in seawater chemistry. Ocean pH and calcium carbonate saturation are decreasing due to an influx of anthropogenic CO2 to the atmosphere. Experimental evidence has shown that declining carbonate saturation inhibits the ability of marine organisms to build calcium carbonate skeletons, shells, and tests. Here we put forward a hypothesis suggesting that the global distribution of deep-sea scleractinian corals could be limited in part by the depth of the aragonite saturation horizon (ASH) in the world's oceans. Aragonite is the metastable form of calcium carbonate used by scleractinian corals to build their skeletons and the ASH is the limit between saturated and undersaturated water. The hypothesis is tested by reviewing the distribution of deep-sea, bioherm-forming scleractinian corals with respect to the depth of the ASH. Results indicate that > 95% of 410 coral locations occurred in saturated waters during pre-industrial times. Projections indicate that about 70% of these locations will be in undersaturated waters by 2099. Lab experimentation, in situ experimentation, and monitoring efforts are needed to quantify the effects of changing seawater chemistry on deep-sea coral ecosystems. Frontiers in Ecology and the Environment 4: 141-146 (2006)
Kaltwasser-Riffe - Kaum entdeckt und schon weg(gelöst)?Bislang geht die größte bekannte Bedrohung der Kaltwasserriffe von der zerstörerischen Wirkung der industriellen Bodenschleppnetz-Fischerei aus. In einer internationalen Studie, deren Ergebnisse seit dem 1. April in Frontiers in Ecology and the Environment (FREE) zugänglich sind, wird auf eine weitere anthropogen beeinflusste Schädigung der kalten Riffe aufmerksam gemacht - die Versauerung der Ozeane. Die Studie zeichnet die Absenkung des pH um 0,1 Einheiten seit dem Beginn der "industriellen Revolution" bis heute durch den zunehmenden Eintrag von CO2 in das Meerwasser nach. Ferner wird die weitere pH Absenkung (= zunehmende Versauerung) nach dem IPCC "Business as ususal"-Szenario bis 2099 modelliert. Nach dem angewandten Zirkulationsmodell wird sich bis 2009 der pH um weitere 0.3-0.4 Einheiten verringern. Warum die Aufregung? Kalkbildende Organismen (Kalziumkarbonat = Kalk), darunter auch Korallen, werden in ihrer Eigenschaft, Skelette und letztlich auch Riffe zu bilden, nachhaltig eingeschränkt. Das gilt insbesondere für diejenigen Gebiete in den Weltmeeren, in denen die Karbonatsättigung des Meerwassers ohnehin dicht an der Grenze zur Untersättigung liegt. Noch kritischer ist die Lage für Organismen, deren Skelett aus dem leicht löslichen Aragonit besteht, wie es bei den Steinkorallen der Fall ist. Nach der Studie befinden sich bis 2099 ca. 70% der heute bekannten Riffvorkommen dann in einem Aragonit-untersättigten Milieu, d.h., sie werden chemisch aufgelöst. Die Folgen für die Umwelt und weitere theoretische Implikationen werden im Artikel beleuchtet. Die Autoren, darunter auch Andre Freiwald vom IPAL, weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine Modellierung handelt, die jedoch nach gängigen Parametern erstellt wurde. Ob die erschreckenden Aussagen eintreffen, ist erst durch konkrete experimentelle Forschung zu belegen (oder zu widerlegen). Dazu rufen die Autoren mit Nachdruck auf. Dieser spannende Zusammenhang ist auch in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL (3.4.2006) in einem Betrag von Philip Bethge publiziert. Andre Freiwald, Erlangen Das Geheimnis des NordmeersZDF Serie Abenteuer Wissen, Sendung vom 24. Mai 2006 um 22.15 Uhr Reefs of the Deep: The Biology and Geology of Cold-Water Coral Ecosystems
Hohenloher Zeitung 29.11.2005
Von Lothringen an den Niederrhein - römischer Natursteinhandel und ein SarkophagThomas C. Brachert und Christoph Hartkopf-Fröder
© Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege Im Sommer 2003 fanden Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege bei Weilerswist nahe Euskirchen drei römerzeitliche Sarkophage. Einer der Sarkophage ist aus Kalkstein gearbeitet und reich verziert. Er wurde zwischen den Jahren 211 und 222 n. Chr. hergestellt. Glasbeigaben aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts beweisen, dass der Sarkophag wieder verwendet und hierzu nach Weilerswist gebracht wurde. Der für die Herstellung des Sarkophags benutzte Kalkstein weist einige auffallende Besonderheiten auf, die Gesteine aus der näheren Umgebung nicht besitzen. Er konnte also nicht aus dem Raum Weilerswist stammen. Doch von wo kam der Werkstein und wie wurde der schwere Sarkophag an den Niederrhein gebracht? Warum wurde ein importiertes Gestein für seine Herstellung benutzt? Welche Rückschlüsse ergeben sich für den römischen Steinhandel? Der Geologische Dienst NRW und das Paläontologische Institut der Universität Mainz gingen diesen Fragen in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege nach. Zu Beginn wurde vermutet, dass der Kalkstein aus dem Mainzer Becken stammen könnte. Hier wurde von den Römern im großen Umfang Kalkstein gewonnen. Das Mainzer Becken liegt außerdem transporttechnisch sehr günstig am Rhein, sodass der Rohling oder Sarkophag mit relativ geringem Aufwand an den Niederrhein hätte transportiert werden können. Doch schon die ersten paläontologischen Untersuchungen zeigten, dass der Stein nicht aus dem Mainzer Becken stammen kann. Weitere Detailuntersuchungen brachten dann ein überraschendes Ergebnis: der Werkstein kommt aus dem viel weiter entfernten Lothringen und zwar aus Steinbrüchen an der Mosel bei Norroy-lès-Pont-à-Mousson zwischen Metz und Nancy. Tatsächlich bauten die Römer dort einen begehrten ca. 170 Millionen Jahre alten Kalkstein ab. Offensichtlich war dieser weiße Werkstein damals sehr beliebt, denn aus Mainz und Köln sind römische Fundstücke aus dem Gestein bekannt. Der Kalkstein eignet sich besonders gut für hochwertige Steinmetzarbeiten. Diese Qualitätsmerkmale waren wohl der Grund dafür, dass der aufwändige und teure Transport von Lothringen bis zum Niederrhein auf Schiffen über Mosel und Rhein in Kauf genommen wurde.
© Geologischen Dienst NRW Kontakt: Prof. Dr. Thomas C. Brachert, Institut für Geowissenschaften (Paläontologie), Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Becherweg 21, 55099 Mainz - Tel. 06131 3924281; email: T.Brachert@geo.uni-mainz.de Dipl.Geol. Christoph Hartkopf-Fröder, Geologischer Dienst NRW, De-Greiff-Str. 195, 57803 Krefeld - Tel. 02151 897255 und Mobile 0171/9328688; email: hartkopf-froeder@gd.nrw.de mehr Hintergrund Information zum download Darwins Erbe ist totMit Ernst Mayr starb 100-jährig einer der größten Evolutionsbiologen und WissenschaftsphilosophenVon Matthias Glaubrecht Tagesspiegel, 06.02.2005
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