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Weiteres Informationsmaterial der Paläontologischen Gesellschaft


Die Paläontologische Gesellschaft produziert vielfältigste Materialien, die Sie auf den vorhergehenden Seiten dieser Rubrik kennengelernt haben. Auf dieser Seite finden Sie zusätzliche Materialien.

Hinweis: Pressemeldungen und sonstige aktuelle Verlautbarungen finden Sie unter der Kategorie Forschung.


Hier gibts den neuen Flyer der Paläontologischen Gesellschaft

Text eines von der Paläontologischen Gesellschaft produzierten älteren Flyers:

Paläontologie -

für alle Zeiten des Lebens

Nur mit Kenntnis der Vergangenheit...

Warum starben die Dinosaurier aus? Woher kommt der Sauerstoff? Wie entstand das Erdöl? Was steuert unser Klima?

Die Paläontologie als Wissenschaft von den fossilen Lebewesen - Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren - und ihren Lebensräumen - beschäftigt sich mit solchen Fragen - und beantwortet sie.

Paläontologie macht die einzigartige Geschichte des Lebens auf der Erde begreiflich. Sie zeigt, wie das Leben die Erde maßgeblich mitgestaltet hat.

Fossilien belegen die Evolution des Lebens und dokumentieren zugleich die Auswirkungen von Katastrophen, die das Leben seit Jahrmillionen treffen.

... läßt sich die Gegenwart verstehen...

Ökosysteme und Klima der Gegenwart werden nur durch Kenntnis der steuernden Faktoren in der Vergangenheit der Erde verständlich.

Die Reaktion früherer Ökosysteme auf Umweltveränderungen und die Messung der dazu erforderlichen Zeiträume sind entscheidend für die Bewertung heute ablaufender Prozesse.

...und die Zukunft besser planen

Paläontologische Befunde helfen, das Ausmaß eines zukünftigen Meeresspiegelanstiegs und von Verschiebungen der Klimagürtel mit ihren möglichen Auswirkungen vorherzusagen.

Paläontologie trägt so wesentlich dazu bei, die Lebensgrundlagen der menschlichen Gesellschaften zu sichern.

Das Leben organisiert sich ...

Paläontologie erforscht und rekonstruiert die komplexen wechselseitigen Beziehungen zwischen Lebewelt (Biosphäre), Gas- und Wasserhülle (Atmosphäre und Hydrosphäre) sowie dem Gesteinsuntergrund (Lithosphäre); kurz, die Ökosysteme der geologischen Vergangenheit in Zeit und Raum.

... zum Beispiel im Ökosystem Riff

Korallenriffe stellen zusammen mit dem tropischen Regenwald das komplexeste Ökosystem der Erde dar. Bis zu einer Million Arten leben in unvorstellbar großer Individuenzahl und engen wechselseitigen Lebensbeziehungen zusammen.

Rifforganismen bauen bereits seit mehr als drei Milliarden Jahren Strukturen aus Kalk auf. Viele felsige Landschaften wie die Schwäbisch-Fränkische Alb oder die Dolomiten bestehen überwiegend aus Riffen.

Riffe schaffen und beeinflussen eine Vielzahl weiterer Ökosysteme wie Lagunen, Atolle und Koralleninseln. Zugleich reagieren Riffe sehr empfindlich auf Umweltänderungen, wie z.B. Temperaturerhöhung, Wasserverschmutzung und Meeresspiegelanstieg.

Fossile Riffe spiegeln daher die Zustände und Änderungen der Umwelt in der Erdgeschichte wider und ermöglichen so den Test von Klimamodellen am fossilen Beispiel.

Zudem hat die Bindung enormer mengen von Kohlenstoff in Kalk klimasteuernde Bedeutung. Riffe sind bedeutende Lagerstätten; die größten Erdölvorkommen der Welt finden sich in fossilen Riffen.

Fossilien sind einfach unentbehrlich

Fossilien spielen eine ganz wesentliche Rolle in unserem Leben. Jeder von uns nutzt täglich teilzersetzte und umgewandelte Überreste fossiler Organismen. Hier einige Beispiele:

... als elementare Energieträger

  • Unter Sauerstoffabschluß bilden sich bei erhöhtem Druck aus teilzersetzter Biomasse verschiedene Kohlen.
  • Erdöl und Erdgas gehen ebenfalls auf fossile Organismen zurück.

... und vielfältige  Rohstoffe

  • Eisenbakterien bildeten vor mehr als 2 Milliarden Jahren die wichtigsten Eisenerzlagerstätten
  • Erdöl ist auch Ausgansstoff für die Herstellung von Kunststoffen und Medikamenten
  • Querschnitte von Kopffüßern machen den Reiz von 'Marmoren' aus, die gerne als Boden- oder Wandbelag genutzt werden.
  • Gesteinsbildende Kalkalgen, Muscheln, Schnecken oder Korallen werden zu Zement, Beton und Schotter verarbeitet.
  • Hauchdünne Lagen pflanzlicher mariner Einzeller bauen sehr gleichmäßige, feinkörnige Plattenkalke auf, die zur Herstellung von Lithographien verwendet werden.
  • Kalkige Einzeller bilden die Schreibkreide, die beispielsweise auf Rügen abgebaut und als Heilschlamm genutzt wird.
  • Kieselalgen dienen als Isoliermaterial und Filtermittel für Bier und Wein.

Das Leben wandelt sich....

Seit mehr als 3,8 Milliarden Jahren bewohnen und gestalten Lebewesen die Erde.

Seit 3,5 Milliarden Jahren produzieren Organismen Sauerstoff, der erst die Entwicklung von höherem Leben erlaubte.

Vor 400 Millionen Jahren begannen Pflanzen das Festland zu erobern und ermöglichten es den Tieren, das Land zu besiedeln.

Die Entwicklung von Gräsern vor 40 Millionen Jahren machten Halbwüsten zu Weideland und verschafften den Huftieren einen Evolutionsschub.

Die Ausbreitung von Savannen zwang vor 5 Millionen Jahren die Vorfahren des Menschen aus den Wäldern -der aufrechte Gang begann sich herauszubilden.

... Paläontologie macht es uns bewusst

Das Bewußtsein über die Stellung des Menschen im Stammbaum des Lebens ist ein wesentliches Ergebnis paläontologischer Forschung.

Zu keiner Zeit der 3,8 Milliarden Jahre langen Geschichte des Lebens hat eine Art das Schicksal der gesamten Lebewelt so nachhaltig beeinflußt wie der Mensch des Industriezeitalters - mit Konsequenzen: Er trägt die Verantwortung für die Sicherung der gemeinsamen Lebensgrundlage Erde für alle Lebewesen.

(Text erstellt durch die vormalige Kommission Öffentlichkeitsarbeit der Paläontologischen Gesellschaft 1998 - 2001
(Ralf Breyer, Andreas Clausing, Angelika Hesse, Reinhold Leinfelder, Bettina Reichenbacher, Gertrud Rössner, Michael Wuttke)


 © Paläontologische Gesellschaft, letzte Änderung 15.02.2008 durch August Ilg