Paläontologie aktuell 41 Mitteilungsblatt der Paläontologischen Gesellschaft Beigabe zur Paläontologischen Zeitschrift Inhalt: MITTEILUNGEN DER PALÄONTOLOGISCHEN GESELLSCHAFT 1 EINLADUNG ZUR 70. JAHRESTAGUNG DER PALÄONTOLOGISCHEN GESELLSCHAFT 1 COBURG, 24.-30. 9. 2000 1 EINLADUNG ZUR ORDENTLICHEN MITGLIEDERVERSAMMLUNG 3 AUF EIN WORT! 3 M I T G L I E D E R B E F R A G U N G 7 WAS ERWARTEN SIE VON DER PALÄONTOLOGISCHEN GESELLSCHAFT? 7 MITGLIEDERBEWEGUNG 1999 8 EHRUNGEN 10 SONDERPREIS FÜR PRÄPARATOR WERNER KRAUS, RWTH AACHEN 10 AUS DEN HOCHSCHULEN UND INSTITUTEN 11 AUS DER ALFRED-WEGENER-STIFTUNG 11 BERICHT ÜBER DIE LETZTE PRÄSIDIUMSSITZUNG 11 AUSGRABUNGEN UND BODENDENKMALPFLEGE 12 DIE ERGEBNISSE DER PALÄONTOLOGISCHEN BODENDENKMALPFLEGE 12 IN WESTFALEN-LIPPE AUF DER LANDESAUSSTELLUNG 12 "FUNDORT NORDRHEIN-WESTFALEN - MILLIONEN JAHRE GESCHICHTE" 12 NEUE DINOSAURIERFUNDE IM WIEHENGEBIRGE 12 ZWEI WICHTIGE FORSCHUNGSVORHABEN ZUR GRUBE MESSEL BEWILLIGT 13 BODENDENKMALPFLEGE, INDUSTRIE, GEOLOGISCHES LANDESAMT UND PALÄONTOLOGIE - 14 GORDISCHER KNOTEN ODER KONSTRUKTIVE ZUSAMMENARBEIT? 14 PALÄONTOLOGISCHE DATENBANKEN 17 AUSTROFOSSIL - ERSTES UPDATE 17 DATENBANKEN IN DER PALÄONTOLOGIE - 17 RESULTATE DES WORKSHOPS IN ZÜRICH AM 24.9.1999 17 AUSSTELLUNGEN, SAMMLUNGEN UND MUSEEN 18 ERFORSCHUNG MARINER LEBENSRÄUME - AUSSTELLUNGEN AUF DER "EXPO AM MEER" 18 IN WILHELMSHAVEN 18 EISZEIT-AUSSTELLUNG IN DEN STÄDTISCHEN MUSEEN HEILBRONN 19 BEDEUTENDE GEOWISSENSCHAFTLICHE SAMMLUNGEN IN EINER HAND 19 TAGUNGSBERICHTE 20 10TH INTERNATIONAL ECHINODERM CONFERENCE IN DUNEDIN, NEUSEELAND 20 27. ARBEITSKREIS WIRBELTIER-PALÄONTOLOGIE IN BENSBERG BEI KÖLN 21 15TH INTERNATIONAL SENCKENBERG CONFERENCE 22 VERMISCHTES 25 BUCHBESPRECHUNGEN 25 TAGUNGSKALENDER 31 HINWEIS DER REDAKTION 34 IMPRESSUM 35 Erscheinungsdatum der gedruckten Ausgabe: 15. Mai 2000 Mitteilungen der Paläontologischen Gesellschaft Einladung zur 70. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft Coburg, 24.-30. 9. 2000 Am Dienstag nach Ostern haben sich unser Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, Herr Dr. RALF BREYER und ich uns mit dem Veranstalter der diesjährigen Jahrestagung, Herrn Dr. ECKART MÖNNIG im Naturkunde-Museum Coburg getroffen, um einige Belange im Umfeld der Tagung zu besprechen. Ich darf bereits vorab sagen, daß der bisherige Stand der Tagungsvorbereitungen, die Tagungsmöglichkeiten im Kongreßzentrum Coburgs und im neugestalteten Naturkunde-Museum, aber auch das (geo-)touristische Umfeld von Stadt und Region Ihre Teilnahme an der Tagung in jeder Hinsicht lohnenswert machen wird. Deswegen möchte ich an dieser Stelle unsere Mitglieder - Amateure, Studierende und Fachwissenschaftler - und alle Interessenten aus dem In- und Ausland herzlich einladen, in der letzten Septemberwoche nach Coburg zu kommen. Herr MÖNNIG, der bereits unsere sehr erfolgreiche Jahrestagung in Hildesheim 1995 organisierte, wird uns auch in Coburg ein vielfältiges und vielversprechendes Exkursions- und Rahmenprogramm offerieren. Nach dem Krieg "Zonenrandgebiet", bietet der historisch gewachsene Tagungsort mit seiner überragenden Veste und dem bodenständigen, an Kulturgütern reichen, und landschaftlich vielgestaltigen Umland heute die Möglichkeit, klassische und neue Aufschlüsse in Oberfranken und im benachbarten Thüringen zu besuchen. Es läßt sich dabei ein Querschnitt erleben, der Altpaläozoikum und kontintenale Permotrias im Thüringischen Schiefergebirge, das jüngere Paläozoikum im Frankenwald, den klassischen Keuper und Rhätolias im Coburger Umland und den Jura der Nördlichen Frankenalb umfaßt. Herr MÖNNIG hat sich der Mitarbeit der regionalen Kenner versichert und so ist für jedes Interesse, sei es Wirbeltierpaläontologie, Paläobotanik, Stratigraphie, Fazies oder Archäologie gesorgt. Es sei darauf hingewiesen, daß Coburg nach einem Besuch LEOPOLD VON BUCHs nicht nur die eigentliche Typlokalität des Keupers ist, sondern daß hier in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts mit J. C. M. REINECKE auch ein bedeutender Klassiker der Jura-Paläontologie und Evolutionslehre forschte. Ihm wird eine eigene Ausstellung in der Landesbibliothek Coburg gewidmet sein. Selbstverständlich leben die Jahrestagungen von den Präsentationen unserer Mitglieder! Deswegen möchte ich Sie bitten, sich mit Vorträgen und Postern vorzustellen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sind ca. 65 Vortrags- und 30 Posteranmeldungen erfolgt, welche die gesamte Spannbreite der Paläontologie abdecken. Besonders freue ich mich, daß der Arbeitskreis für Paläobotanik und Palynologie (APP) seine Jahrestagung integrieren wird und mit zahlreichen interessanten Beiträgen vertreten ist. Wie im vergangenen Jahr wird auch in Coburg durch die Tagungsteilnehmer das beste Poster gewählt und mit einem Preis von 400,- DM ausgezeichnet. Dieser auf der letztjährigen Jahrestagung in Zürich eingeführte Programmpunkt hat den Postern die verdiente Aufmerksamkeit verliehen und wird in Coburg durch eine eigene Poster-Präsentation am Dienstagnachmittag unterstrichen. Zwei besondere Angebote bieten wir in diesem Jahr den Studierenden: Nichtmitglieder unserer Gesellschaft werden bei Teilnahme an der Tagung automatisch und kostenfrei im kommenden Jahr Mitglieder der Gesellschaft, erhalten also in 2001 die Paläontologische Zeitschrift und Paläontologie aktuell sowie verbilligten Zugang zur nächsten Jahrestagung in Oldenburg - diese wird gemeinsam mit der Gesellschaft für Biosystematik durchgeführt werden und verstärkt auf den Themenbereich Biodiversität ausgerichtet sein. Soweit die örtlichen Prüfungsämter zustimmen, können auch die Coburger Exkursionen auf die Pflichtexkursionen des Studiums angerechnet werden. Ich bitte Sie sehr, in Ihren Instituten, in Ihren Lehrveranstaltungen die Studierenden anzusprechen und auf diese Art Werbung für unsere Gesellschaft zu machen! Ein letztes: Die Wahl Coburgs als Tagungsort steht unter dem Gesichtspunkt, Paläontologie aus den Universitäten hinaus in die Regionen zu tragen und auf die Bedeutung der kleineren, oft mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfenden Naturkunde-Museen hinzuweisen. Oft schon im letzten Jahrhundert gegründet, sind sie nicht nur bedeutende Archive der Biodiversität, welche Fossilien aus längst nicht mehr zugänglichen Aufschlüssen oder gar unersetzliche Holotypen bewahren, sondern auch wichtiges Schaufenster der Paläontologie für die Öffentlichkeit. Sie bieten die Möglichkeit, unser Wissen um die Geschichte des Lebens und die Veränderung von Ökosystemen im Lauf der Zeiten publik zu machen und damit dem um sich greifenden Kreationismus, manch anderer Paleofiction und der Heilstein-Esoterik Einhalt zu gebieten! Das mit erheblichen finanziellen Mitteln neugestaltete Naturkundemuseum in Coburg ist ein gelungenes Beispiel für ein modern gestaltetes und besuchenswertes Regional-Museum! In der reichen Museumslandschaft Oberfrankens wird es durch das neue Urwelt-Museum in Bayreuth, dem Naturkunde-Museum in Bamberg mit seinem großartigen, aus dem letzten Jahrhundert stammenden Vogelsaal - einem "Museum im Museum" - sowie der kleinen, aber sehenswerten Sammlung auf Schloß Banz mit dem größten Ichthyosaurier-Schädel der Welt ergänzt. Dazu kommt das Museum Schleusingen im benachbarten Thüringen. Wem diese im Umkreis von ca. einer Autostunde um Coburg liegende Pretiosen oder die Tagungsvorträge zu trocken sind, kann sich immer noch mit einem der köstlichen Biere aus den zahlreichen lokalen Brauereien stärken - Oberfranken hat die größte Brauereidichte Deutschlands und die Gastronomie-Preise sind ebenso wie unsere Tagungsgebühren mehr als günstig! Ich hoffe, ich konnte Sie neugierig machen auf unsere Tagung und ihr Umfeld. Seien Sie nochmals eingeladen und machen Sie durch Ihre Teilnahme und die Präsentation Ihrer Ergebnisse unsere 70. Jahrestagung im Jahr 2000 zu einer erfolgreichen Demonstration für die deutsche Paläontologie. H.-G. HERBIG, Köln Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung im Rahmen der 70. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft Coburg 24.-30. September 2000 Vorläufige Tagesordnung: Mitgliederversammlung, 1. Teil: Dienstag, 26.9.2000, 9.00 Uhr 1. Ehrungen Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Herrn Prof. Dr. ERIK FLÜGEL, Erlangen Verleihung der korrespondierenden Mitgliedschaft an Herrn Prof. Dr. JEAN-CLAUDE GALL, Strasbourg Verleihung der Zittel-Medaille an Herrn MANFRED KUTSCHER, Sassnitz Mitgliederversammlung, 2 .Teil: Mittwoch, 27.9.2000, 16.00 Uhr 1. Feststellung der Tagesordnung 2. Genehmigung des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung anläßlich der 69. Jahrestagung in Zürich am 23.09.1999 (Paläontologie aktuell, 40: 2-6) 3. Bericht des Vorsitzenden 4. Bericht der Schriftleitung der Paläontologischen Zeitschrift 5. Bericht des Schatzmeisters und der Kassenprüfer 6. Entlastung des Vorstandes 7. Wahlen zu Vorstand und Beirat 8. Bestätigungen 9. Wahl der Rechnungsprüfer 10. Beitragserhöhung ab 2001 (vorbehaltlich vorhergehender Einigung in Vorstand und Beirat) 11. Jahrestagungen 2001 (Oldenburg) und 2002 (Würzburg) 12. Verschiedenes Beiträge zur Tagesordnung erbittet der Vorstand. Die genauen Veranstaltungsorte können dem dritten Zirkular zur Tagung entnommen werden bzw. werden in Coburg bekanntgegeben. H.-G. HERBIG, Köln Auf ein Wort! Liebe Mitglieder in der Paläontologischen Gesellschaft, liebe Leser von "Paläontologie aktuell", ich möchte mich heute mit einigen Dingen an Sie wenden, die mir auf dem Herzen liegen. Dies soll keiner Institutionalisierung einer "Seite des Vorsitzenden" dienen, weil jene in der Regel sowieso jeder überschlägt, schnell vergißt, oder die Stirn über den Vorsitzenden runzelt. Nein, ich möchte hier einiges ansprechen, das mich in den letzten Monaten bewegt hat. Verstehen Sie diese Absätze also als persönlichen Standpunkt, hinter dem die Aufforderung zum eigenen Nachdenken oder zum Ergreifen eigener Aktion steckt. Zum anderen sind diese Zeilen sicher auch der Versuch einer Standortbestimmung und der Versuch zur zukünftigen Orientierung/Entwicklung unserer Gesellschaft und damit - ich sage es mit diesem Anspruch - der Paläontologie in Deutschland beizutragen. Mittelhessen endlich geo-frei! So sarkastisch möchte man im Boulevardzeitungsstil das Ableben der Geologie und Paläontologie in Giessen und Marburg kommentieren, der sich nach langen Vorwehen im letzten Jahr endgültig (?) entschieden hat. Vielleicht haben Sie meinem Artikel "Die Situation der Paläontologie an deutschen Hochschulen, etc. ....." (Paläontologie aktuell, 40, 30-33) entnommen, daß ich eine Konzentration zu größeren Forschungs- und Lehreinheiten und eine Spezialisierung einzelner Hochschulstandorte für sinnvoll halte - dies soll nicht zu Streichungen, sondern zur arbeitsteiligen Zusammenarbeit zwischen benachbarten Instituten führen, die bei eng benachbarten Universitätsstandorten, vor allem in Ballungsgebieten und angesichts des Internets zweifelsfrei möglich ist. Auch eine Verlagerung paläontologischer Professuren zur Schaffung größerer, effizienterer Lehr- und Forschungseinheiten könnte man sich vorstellen. Das Marburg-Giessener-Modell hätte ein wegweisendes Projekt sein können. Solche Projekte erfordern jedoch eine gewisse altruistische Mitarbeit der Hochschulgremien über den Tellerrand von Fachbereichs- oder Universitäts-Proporz hinaus und ggf. eine Moderation durch die Länderministerien, denen man ja eine politische Verpflichtung auch jenseits rein pekuniärer Interessen zusprechen sollte - gerade in einem Land wie Hessen, das wahrlich nicht arm an Bodendenkmälern ist. Das Beispiel Marburg-Giessen hat gezeigt, daß weder die beiden beteiligten Hochschulen noch das Ministerium dazu fähig oder willens waren. Ein gerüttelt Maß an Schuld tragen direkt beteiligte Geowissenschaftler, mit der hinlänglich bekannten inneren Zerrissenheit gewisser Institute/Fachbereiche und dem üblichen Anspruchsdenken. Merke: wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte - langjährige, aktive Lobby-Vernichtung innerhalb einer Universität ist auch durch Aktion von außen nicht rückgängig zu machen. Angesichts der historischen Bedeutung des Paläontologie-Standorts Marburg, der hervorragenden bibliothekarischen und labormäßigen Ausstattung sowie der unersetzlichen Sammlungen ist die geplante Schließung in meinen Augen trotzdem einer Katastrophe, ja die bornierte Ressourcenvernichtung an einem wissenschaftlichen Fach. Vor der gedankenlosen Zerstörung von Kulturgütern, d. h. der gewachsenen Bibliotheks- und Sammlungsbestände, sei im voraus gewarnt! Dagegen ist die Neuorientierung der Darmstädter Geowissenschaften im Rahmen einer generellen Neustrukturierung oder Spezialisierung einzelner Geo-Standorte zu begrüßen. An einer Technischen Universität macht ein Studiengang Angewandte Geowissenschaften Sinn. Dort die Paläontologie mit einer bereits zugewidmeten Professur Angewandte Fazieskunde und Ökosysteme (in der Erdgeschichte) weiterzubetreiben, ebenfalls. Es ist zu hoffen, daß politische Wühlmäuse diese Konstruktion nicht unterminieren. In Marburg wäre eine systematisch, stratigraphisch und phylogenetisch ausgerichtete Biodiversitätsforschung ebenfalls sinnvoll weiterzuführen, in Frankfurt könnte nach der Ausrichtung der in den letzten Jahren berufenen Kollegen eine mehr ökologisch-biosedimentologisch/geo-biologisch ausgerichtete Paläontologie angeboten werden. Kritikern, die zuungunsten des Standortes Marburg immer wieder auf die Präsenz des Biodiversitätszentrums Senckenberg in Frankfurt hinweisen, sei gesagt, daß Forschungs- und Sammlungsarbeit in einem Forschungsinstitut und Museum ganz anders abläuft und ganz andere Ziele haben muß als an einer Universität, die vor allem mit relativ kurzfristigen DFG-Projekten arbeitet und der Ausbildung des Nachwuchses dient. Eine konzertierte Aktion der hessischen Geo-Kollegen und die Erarbeitung eines hessenweiten Strukturplanes, wobei auch einmal auf die benachbarten Standorte in Rheinland-Pfalz und im Nördlichen Baden-Württemberg geschaut werden sollte, könnte das Ruder vielleicht noch herumreißen. Die Entwicklung in Hessen zeigt, daß wir bundesweit einen Strukturplan Paläontologie und eine Standortbestimmung brauchen. Die Einrichtung einer entsprechenden Kommission wurde in Vorstand und Beirat der Gesellschaft auf der letzten Sitzung im Februar beschlossen. Die Lehre nach dem Hessen-Desaster ist: Einigkeit macht stark. Deswegen habe ich mit etwas Sorgen im vergangenen Halbjahr Vorgänge aus zwei Teilen Deutschlands beobachtet, bei denen Zwistigkeiten zwischen Museen und Amateurgeologen bzw. promovierten Fachwissenschaftlern auftraten und zu eskalieren drohten/drohen. Hier gilt es für die beteiligten Parteien, Einvernehmlichkeit zu erreichen, ggf. unter Rücknahme eigener Positionen, und sich gemeinsam für die Belange der Paläontologie einzusetzen. Wir können es uns nicht leisten, uns gegenseitig zu diskreditieren! Ebenso lehne ich ein Proporz- oder Prioritätsdenken einzelner paläontologischer Disziplinen bei der Besetzung von Professuren ab. Auch hier gelten die schon bemühten zwei Credos, nämlich: Einigkeit macht stark und: wir brauchen einen Strukturplan und universitäre Forschungszentren für einzelne Unterdisziplinen, insbesondere für die Wirbeltierpaläontologie und die Paläobotanik. Zum Teil katastrophal ist die Situation unserer habilitierten Kollegen ohne feste Anstellung. Als einer der Jüngeren habe ich immer noch recht guten Kontakt zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich trotz ihrer unbestreitbaren Qualifikation seit Jahren vergeblich auf Professuren bewerben und sich mit Vertretungen, DFG-Projekten und manch anderen Hilfskonstruktionen über Wasser halten. In unserer reformierten Hochschullandschaft mit ihrem Qualifikationsstellen-Denken - alle sechs Jahre ein neuer Habilitand auf einer C1-Stelle - scheint für sie kein Platz zu sein. Es ist abstruse Verschwendung von Forschungspotential und für die in ihrer Lebensmitte stehenden Betroffenen erniedrigend, z. T. mehr als zwanzig Jahren aus öffentlichen Geldern gefördert zu werden, um mit der höchsten durch eigene Forschungsleistung erreichbaren akademischen Würde, der Habilitation, "ausgesondert" zu werden. Hier wäre u. U. schon im Vorfeld der Habilitation die Schaffung anderer wissenschaftlicher Perspektiven bzw. entsprechender Stellen, etwa vergleichbar den französischen CNRS-Stellen, eine drängende Frage, um diese Situation zumindest zu lindern. Dies ist eine von der Politik bisher offensichtlich überhaupt noch nicht aufgegriffene - vermutlich nicht begriffene - Facette der Hochschulen. Die geplanten Juniorprofessuren gehen völlig am Strukturproblem der Hochschulen vorbei: warum sich schnell habilitieren, wenn man anschließend mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem System geworfen wird? Nun möchte ich Sie nicht an Welt und Wissenschaft verzweifelt in die weitere Lektüre von Paläontologie aktuell entlassen und doch noch einige positive Aspekte aufzeichnen: Erstens, freuen Sie sich auf die Coburger Tagung und nehmen Sie teil - ich glaube, es lohnt sich (vgl. meine Einladung andernorts in diesem Heft). Zweitens, die Paläontologische Zeitschrift hat mit den letzten vorliegenden Heften im neuen Format ungeahnt an internationalem Format und Ansehen gewonnen; der Manuskripteingang bestätigt dies. Herzlichen Dank an die Schriftleiter und die Layouterin, Frau Dr. ANGELIKA WEDEL! Wir würden uns freuen, wenn auch Sie uns erstklassige Arbeiten von internationalem Interesse einreichen würden. Einer meiner Lieblingsgedanken ist die Produktion eines Themenheftes oder eines Heftes mit einer Themengruppe. Wenn Sie geeignete Vorstellungen verwirklichen möchten, wenden Sie sich bitte an den Schriftleiter. Drittens, die Homepage und die Öffentlichkeitsarbeit der Paläontologischen Gesellschaft haben sich in den letzten beiden Jahren sehr gut entwickelt. Ich denke auch an die ausleihbaren (!!!), allgemeinverständlichen Poster der Gesellschaft, welche erstmals in Berlin und in erweiterter Fassung in Zürich zu sehen waren - mein Dank an alle Beteiligten. Aber..... wir brauchen dringend Ihre Mitarbeit für die Herstellung und kontinuierliche Information der Öffentlichkeit (vgl. den Beitrag von R. BREYER in Paläontogie aktuell, 40, 15-17). Viertens, die Gesellschaft wird den Service für Ihre Mitglieder verbessern, indem sie sich am gemeinsamen Mitteilungsblatt von BDG, DGG, GV und GGW ("GMit") beteiligt. Dies soll aus den Nachrichten der Deutschen Geologischen Gesellschaft hervorgehen. Ein erstes Probeheft (zugleich Nachr. Dt. geol. Ges., 72/1, u. a.) haben zumindest diejenigen, die auch in einer der entsprechenden Nachbargesellschaften Mitglied sind, im Frühjahr in Händen gehalten. Bereits dort konnten wir einige Artikel aus "Paläontologie aktuell" lancieren. Wir versprechen uns von einer konkreten Beteiligung eine verbesserte Information unserer Mitglieder auch aus anderen Bereichen der Geowissenschaften sowie umgekehrt eine verbesserte Diffusion allgemein interessierender paläontologischer Inhalte in den deutschen Geowissenschaften. Mit der sehr hohen Auflage erreichen wir so wesentlich mehr Leser als bisher. Dies ist ein Multiplikator für die paläontologische Öffentlichkeitsarbeit und für die Geowissenschaften im allgemeinen. Das bisherige Paläontologie aktuell wird in verringertem Umfang - und zukünftig auch auf der Homepage der Gesellschaft - für dezidiert paläontologische Belange und Gesellschaftsinterna bestehen bleiben, so daß sich die Kosten vermutlich mehr oder minder aufheben werden. Im Zusammenhang mit der Nachrichtensparte bitte ich auch, international interessierende Beiträge an EUROPAL weiterzuleiten. Trotz der Präsidentschaft von Herrn Kollegen T. FÜRSICH sind dort Beiträge aus Deutschland kaum zu finden! Können wir es uns wirklich leisten, auf der europäischen Schiene zu fehlen? Trotz einer ausgeglichenen Kassenlage werde ich im Herbst Vorstand und Beirat und anschließend die Mitglieder um eine Beitragserhöhung bitten - schon jetzt ist die Mitgliedschaft in den anderen überregionalen geowissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands wesentlich teuerer als in der Paläontologischen Gesellschaft. Dieses Geld soll zum einen für eine verstärke Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden, z. B. zum Nachdruck unserer Folder, die wir nun erstmals in ein paläontologisches Buch aus der Species-Reihe des THORBECKE-Verlages einlegen konnten, zur weiteren Herstellung allgemein verständlicher Paläontologie-Poster, zur gelegentlichen Beteiligung an anderen Druckerzeugnissen mit dem Logo der Paläontologischen Gesellschaft, etc. Zum anderen würde ich mich freuen, mit einer Beitragserhöhung jährlich ein drittes Heft der Paläontologischen Zeitschrift produzieren zu können - dieses könnte z. B. ein Themenheft oder eine Monographie sein. Damit wäre die Zeitschrift unserer Gesellschaft, vielleicht mit etwas dünneren Heften, aber häufiger auf den Neuauslage-Brettern der Bibliotheken präsent und auch davon erhoffe ich eine positive Rückkoppelung. Wer schweigt, wird nicht gehört und geht unter - wie üblich, machen uns amerikanische Gesellschaften vor, was public relation heißt und eine Gesellschaft ohne Außenwirkung wird mehr denn je zum Auslaufmodell werden! Im Zusammenhang "public relation" habe ich noch eine besondere Bitte an die Arbeitskreise für Wirbeltier-Paläontologie und für Paläobotanik und Palynologie - letzterer hat dankenswerterweise und zu meiner besonderen Freude seine Jahrestagungen mit denen der Paläontologischen Gesellschaft verschmolzen. Bei eigenen Veranstaltungen und Publikationen wäre es großartig, wenn zugleich das Logo der Paläontologischen Gesellschaft auftauchen würde. Ich weiß, daß in den Arbeitskreisen auch Nichtmitglieder unserer Gesellschaft vertreten sind, Botaniker und Zoologen, - warum dann nicht unter einem Doppel-Logo Paläontologische Gesellschaft-Zoologische bzw. Botanische Gesellschaft? Das tut niemandem weh und hilft allen. Wichtig, vielleicht überlebenswichtig ist eine neue Radiation unseres Mammuts. Paläontologie in Deutschand muß mit einer Stimme und mit einem Logo sprechen, um gehört zu werden! Mammut und Gesellschaft sollten auch außerhalb unserer genuinen Druckerzeugnisse und Jahrestagungen zum Synonym für Paläontologie in Deutschland, vielleicht gar im deutschsprachigen Mitteleuropa werden. Ganz zum Schluß lege ich Ihnen noch den im vorliegenden Heft befindlichen Fragebogen ans Herz, mit der Bitte, einige Minuten Zeit zu opfern und ihn zurückzusenden. Für die weitere Entwicklung der Gesellschaft brauchen wir Ihre Hilfe!!! H.-G. HERBIG, Köln Öffentlichkeitsarbeit M i t g l i e d e r b e f r a g u n g Was erwarten Sie von der Paläontologischen Gesellschaft? Die Paläontologische Gesellschaft schickt sich an, einen ihrer satzungsgemäßen Aufträge mit Leben zu erfüllen. Er lautet, die "Interessen der Paläontologie in der Öffentlichkeit" wahrzunehmen. Es liegt auf der Hand, daß die Gesellschaft vor dem Hintergrund der fortschreitenden Stellenerosion dabei unter anderem verstärkt berufsständische Fragen thematisieren und kommunizieren muß. Die Frage nach dem Selbstverständnis und der Positionierung der Gesellschaft stellt sich daher immer dringlicher. Doch wie stellt sich das Meinungsbild bei den Mitgliedern dar? Allenfalls schlaglichtartig können wichtige Fragen bei den seltenen Gelegenheiten diskutiert werden, anläßlich derer sich eine größere Zahl von Mitgliedern trifft. Wo sehen Sie die Aufgaben der Gesellschaft? Mit welchen Erwartungen sind Sie Mitglied geworden? Welche haben sich erfüllt und welche nicht? Ziehen Sie persönlichen Gewinn aus einer Mitgliedschaft? Was vermissen Sie in ihrer Gesellschaft? Genügen die Strukturen der Gesellschaft noch den Anforderungen? Die Schwelle zum 21. Jahrhundert scheint der richtige Zeitpunkt, um eine (längst überfällige?) Standortbestimmung vorzunehmen. Ihre Antworten auf einige Fragen werden nicht nur dem Vorstand die Arbeit erleichtern; sie sollen dazu beitragen, Defizite abzubauen und die Gesellschaft im Interesse der Paläontologie zu stärken und schlagkräftiger zu machen. Zugleich versprechen wir uns eine Intensivierung der Kommunikation innerhalb der Gesellschaft und des Dialoges zwischen Mitgliedern und Repräsentanten. Deshalb bitten wir Sie herzlich, sich einige Minuten Zeit zu nehmen und einige Fragen zu beantworten. So vollständig wie möglich und so ausführlich Sie mögen. Wir informieren Sie in einer der nächsten Ausgaben von "Paläontologie aktuell" über die Ergebnisse und bedanken uns schon jetzt recht herzlich für Ihre Mitarbeit. Sie können den Fragebogen auch auf unserer Homepage unter http://www.palaeo.de/palges/fragebogen abrufen. R. BREYER, Langen Mitgliederbewegung 1999 Neue Mitglieder in 1999 Aboussalam Sarah Dipl. Geol., Berlin Studentin Bertossa Bernardino, Zürich Vollmitglied Cron Olaf von der, Wuppertal Student Demske Dieter, Berlin Vollmitglied Eckert Britta, Berlin Studentin Ernst Andrej Dipl. Geol., Kiel Student Fink Wolfgang, München Student Fritz Ingomar Dr., Graz Vollmitglied Gereke Manfred, Marburg Student Geoskop Urweltmuseum, Thallichtenberg Institut Giaourtsakis Ioannis Dipl. Geol., Helioupolis Vollmitglied Götz Stefan, München Vollmitglied Goin Francisco, La Plata Vollmitglied Guérin Michel, Berlin Student Heidelberger Doris, Oberursel Vollmitglied Hilpert Brigitte, Erlangen Studentin Hörnig Anna, Berlin Studentin Hoffmann René, Berlin Student Houben Carmen, Bonn Studentin Kurth Michael E., Bonn Student Langheinrich Ulla, Nürnberg Studentin Laubrock Tino, Clausthal-Zellerfeld Student Luppold F. W., Hannover Vollmitglied Maus Michael, Thallichtenberg Vollmitglied McGowan Gerard Dr., Tokio Vollmitglied Moser Markus, München Student Nauheim Kerstin, Bonn Studentin Nowotny Manuela, Jena Studentin Peters-Kottig Wolfgang, Dülmen Student Piller Werner E. Prof. Dr., Graz Vollmitglied Poschlod Klaus Dr., Türkenfeld Vollmitglied Raab Armin, Langenselbold Pensionär Reeh Katrin, Eschenburg Studentin Reize Joachim Dipl. Geol., Karlsruhe Vollmitglied Ritz Reiner, Henstedt-Ulzburg Vollmitglied Rückert N. Dr., München Pensionär Salerno Carlo Dipl. Geol., Stuttgart Vollmitglied Schäfer Dietmar, Ollndorf Vollmitglied Schafhauser Armin, Karlsruhe Student Schapfeld Ralf, Rees Vollmitglied Scherzinger Armin, Hattingen Student Schmeissner Stefan, Kulmbach Vollmitglied Schmitt Armin, Mainz Student Schulz Laura, München Studentin Sprey Anton, Berlin Vollmitglied Steuerwald Sascha, Marburg Student Trostheide Frank, Wolmirstedt Vollmitglied Velic Ivo Dr., Zagreb Vollmitglied Weitsch Jennifer, Berlin Studentin Westerholz Sören, Löhne Schüler Witzmann Florian, Leinfelden Student Zanken Klaus Dr. med, Damme Vollmitglied Die Gesellschaft heißt ihre neuen Mitglieder herzlich willkommen ! Mitglieder, die ihre Mitgliedschaft zum Jahresende gekündigt haben Bertling Rolf, Achterwehr Borchwald Torsten, Eisenhüttenstadt Gemeinnütziger Verein Donaueschingen Freyer Günter, Dr., Freiberg Glatz Andreas, Wolfsburg Gräf Walter Dr., Graz Holzer Hans-Ludwig Dr., Graz Kabelac Fritz Dr., Hamburg Korsitzke Hans-Dieter, Thannhausen Langer Wolfhart Prof. Dr., Bonn Lobitzer Harald Dr., Wien Noé Sibylle, Bremen Regnell Gerhard Prof. Dr., Lund Schapfeld Ralf, Rees Schubert Michael, Göttingen Strehle Karin, Köln Thiermann A. Dr., Krefeld 11 Mitglieder wurden wegen 3-jährigen Nichtzahlens des Mitgliedbeitrags aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Folgende Mitglieder verstarben 1999 Bijvank Gerhard, Dr. Münster Manfred Horn, Dr. Idstein-Dasbach Horowitz Alan, Dr. Bloomington/USA Ehrungen Sonderpreis für Präparator WERNER KRAUS, RWTH Aachen Am 02.12.1999 wurde Herrn WERNER KRAUS, geowissenschaftlicher Fachpräparator am Geologischen Institut der RWTH Aachen, ein Sonderpreis der Professor Dr. Karl-Heinrich Heitfeld-Stiftung für Geowissenschaften an der RWTH Aachen verliehen. Herr KRAUS ist der erste nichtwissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät Bergbau, Hüttenwesen und Geowissenschaften, dem ein solcher Sonderpreis zuerkannt wurde. Er erhielt den Preis für sein außerordentliches Engagement und seinem Verdienst um die Darstellung der Geowissenschaften, insbesondere der Paläontologie, in der Öffentlichkeit. Herr KRAUS ist als Präparator den Lehr- und Forschungsgebieten Geologie und Paläontologie und Geologie-Endogene Dynamik zugeordnet. Er befaßt sich - größtenteils außerhalb seiner Dienstpflichten - mit der vollkörperlichen Rekonstruktion fossiler Organismen und hat damit eine sehr große Öffentlichkeitswirkung erreicht. Von ihm hergestellte Fossilrekonstruktionen befinden sich u. a. im Naturkundemuseum Augsburg, im Fuhlrott-Museum Wuppertal, im Museum Hillesheim und im Museum Bottrop. Seine Rekonstruktionen besitzen hervorragendes wissenschaftliches Niveau. So wurde z. B. seine auf umfangreichen entomologischen Studien beruhenden Rekonstruktionen des Riesentausendfüßlers Arthropleura, die z. T. von der bis dahin in der wissenschaftlichen Literatur vertretenen Meinung abwich, in jüngster Zeit durch neue Funde bestätigt. Über die lebensgroße Rekonstruktion des Urnetzflüglers Scepasma erschienen rund 10 Zeitungsartikel sowohl in der lokalen als auch in der internationalen Presse (z. B. FAZ, Züricher Anzeiger) sowie bisher zwei Fernsehberichte. Auch über die für das Museum Bottrop angefertigten Eiszeit-Dioramen, die vor allem für jugendliche Besucher konzipiert sind, wurde bereits in der Presse berichtet. Der "Verein Deutscher Präparatoren" verlieh ihm auf der Internationalen Arbeitstagung 1998 den ersten Preis in der Rubrik "Modelle, Rekonstruktionen und Reproduktionen". Die Publikationsliste von Herrn KRAUS umfaßt nicht nur Arbeiten zu präparatorischen und methodischen Themen, sondern auch zu Neuentwicklungen von Geräten und zu biostratinomischen Fragen. Seine umfangreiche Publikation über Fossilfälschungen wird in der Fachliteratur durchwegs anerkennend zitiert. Herr KRAUS ist auch als Gutachter für den Fachbereich Geowissenschaften im Verband Deutscher Präparatoren e. V. tätig. Darüber hinaus hat sich Herr KRAUS u. a. auch mit Vorträgen im Seniorenstudium der RWTH engagiert und im Rahmen von Schulpraktika mehrfach Praktikanten ausgebildet. R. WALTER, Aachen Aus den Hochschulen und Instituten Universität Greifswald, Institut für Geologische Wissenschaften Frau PD Dr. INGELORE HINZ-SCHALLREUTER (Berlin) wurde zum 01.02.2000 zur Professorin für den Lehrstuhl Paläontologie und Historische Geologie ernannt. M. REICH, Greifswald Aus der Alfred-Wegener-Stiftung Bericht über die letzte Präsidiumssitzung Die letzte Präsidiumssitzung der AWS fand am 3. Dezember 1999 von 12.00-13.00 im Hause der BGR in Hannover statt. Neben den Formalien erscheint der Bericht über die Erfüllung des Stiftungszweckes wichtig, worüber das Protokoll aussagt: Die Erfüllung des Stiftungszwecks schlägt sich u. a. nieder in der Verleihung des Heitfeld-Preises und des Georgi-Preises, der Förderung der AW-Konferenz in Verbania sowie in der Unterstützung von 10 Bänden von Terra Nostra im Jahr 1999. Eine weitere Diskussion über Angelegenheiten und Aktivitäten der Stiftung war wegen der Kürze der Zeit (1. Stunde) nicht möglich. Am selben Tage war nachmittags noch eine Sitzung des "Erweiterten AWS-Präsidiums" in Hannover. Unter diesem in der Stiftungssatzung nicht auftretenden Begriff wurde eine gemeinsame Sitzung von Präsidium und Kuratorium verstanden. Hier wurden im ersten TOP die bereits bekannten Ergebnisse der sog. Strategiekonferenz am 12.06.1999 in Düsseldorf noch einmal bekannt gegeben (vgl. hierzu Bericht Heft 40, S.40). Im zweiten TOP erfolgte ein Bericht über die ebenfalls bekannten Aktivitäten der Geokommission der DFG (hier deren Programm Geotechnologien), während im dritten schließlich der Wille zur verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zum Ausdruck gebracht worden war. Kuratoriumsrelevante Fragen (dessen Aufgaben) sind nicht erörtert worden. F. STRAUCH, Münster Ausgrabungen und Bodendenkmalpflege Die Ergebnisse der Paläontologischen Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe auf der Landesausstellung "Fundort Nordrhein-Westfalen - Millionen Jahre Geschichte" Zum dritten Mal wird in Köln im Römisch-Germanischen Museum die Archäologische Landesausstellung eröffnet, die anschließend in Münster im Westfälischen Museum für Archäologie vom 12. November 2000 bis 11. März 2001 und diesmal erstmalig, in Nimwegen, Niederlande, Museum Het Valkhof, von Mai bis August 2001 gezeigt werden wird. Die Ausstellung erfolgt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Abstand von 5 Jahren wird hier jeweils ein Panorama der Funde und Ergebnisse der Archäologen und Paläontologen der Bodendenkmalpflegeämter in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Auch im Jahre 2000 ist das Westfälische Museum für Naturkunde an dieser Ausstellung mit wichtigen Ergebnissen der Paläontologischen Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe aus den vergangenen 5 Jahren beteiligt. Das Spektrum der paläontologischen Exponate reicht von neuen Funden aus dem Namur B von Hagen-Vorhalle, z. B. mit Insektenfossilien, über Reptilfährten aus dem Muschelkalk bei Borgholzhausen, über die nachgebildete Ausgrabungssituation von Theropodenresten aus dem Callovium des Wiehengebirges, einschließlich einer Rekonstruktion eines Allosaurus, bis zu pleistozänen Fossilien, wie z. B. dem Schädel eines Wollnashorns aus dem Bereich des Rhein-Herne-Kanals bei Gelsenkirchen. Weitere pleistozäne Fossilien sind der Schädel eines Waldnashorns aus der Umgebung der Dechenhöhle, der Nachweis eines Waldelefanten aus der Niederrheinischen Bucht und Säugetierreste aus der Neandertaler-Fundstelle bei Warendorf. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 480 Seiten und 300 Farbabbildungen zum Preise von DM 25,- /EUR 12,78. Im Rahmen der Ausstellung bietet das Römisch-Germanische Museum in Zusammenarbeit mit den Bodendenkmalpflegeämtern Nordrhein-Westfalens und dem Museumsdienst Köln ein umfassendes Begleitprogramm an. Weitere Informationen beim Römisch-Germanischen Museum Roncalliplatz 4, 50667 Köln Telefon (0221) 221 223 04, Telefax (0221) 221 240 30 http://www.museenkoeln.de K. P. LANSER, Münster Neue Dinosaurierfunde im Wiehengebirge Das Westfälische Museum für Naturkunde führte im Jahre 1999 Grabungen an dem Vorkommen von Theropenresten aus dem mittleren Callovium durch, die im Herbst 1998 durch einen Museumsmitarbeiter bei einem routinemäßigen Kontrollgang entdeckt worden waren. Die bereits 1998 aufgedeckte Fundsituation konnte nicht mehr erweitert werden. Die Hoffnung, unterhalb einer hangenden Sandsteinbank (Heersumer Schichten des Malms) weitere Fossilien anzutreffen, erfüllte sich nicht. Offensichtlich sind im Laufe der Jahre wesentliche Skelettelemente an der Oberfläche verwittert und bedingt durch die starke Hangneigung in den Schuttfuß des Aufschlusses abgerutscht. Darauf deutet auch der Fund von Wirbelkörpern hin, die durch einen Fossiliensammler bereits vor mehreren Jahren im Schuttfuß ca. 15 m östlich unterhalb des 1998 ausgegrabenen Vorkommens geborgen worden waren. Der Sammler war durch Presseartikel auf die Grabungsaktivitäten des Westfälischen Museums für Naturkunde aufmerksam gemacht worden, erkannte dadurch die Bedeutung seiner Funde und stellte sie daraufhin dem Museum zur Verfügung. In Fortsetzung der Geländeuntersuchungen gelang im Herbst 1999, kurz vor Abschluß der Grabungskampagne ein weiterer Nachweis eines Theropoden in diesem Aufschluß. Etwa 30 m westlich des ersten Fossilvorkommens fanden sich, sowohl im Anstehenden als auch im darunter befindlichen Verwitterungsschutt, Kieferfragmente. Die bislang geborgenen Zähne unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen von denen des bereits 1998 geborgenen Exemplars. Die Grabungen an der neuen Fundstelle werden im Frühjahr 2000 fortgesetzt. Ebenfalls zu weiteren Grabungsaktivitäten wird ein Fund in einem Aufschluß wenige Kilometer entfernt führen. Hier fanden sich bei einer Geländebegehung neben einigen Wirbeln das proximale Ende der Tibia eines Ornithischiers. Das Westfälische Museum für Naturkunde bemüht sich derzeit, zusätzlich zu einem bereits in die Denkmalliste eingetragenen Bereich, weitere Fossilvorkommen auf dem Kamm des Weser-Wiehengebirges unter Denkmalschutz stellen zu lassen. So ist hoffentlich der Schutz der neuen Fossilvorkommen und ihr Erhalt für die Forschung gewährleistet. K. P. LANSER, Münster Zwei wichtige Forschungsvorhaben zur Grube Messel bewilligt Gleich zwei gute Nachrichten erhielten in den letzten Tagen die an der Messel-Forschung beteiligten Wissenschaftler/innen. Zunächst genehmigte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn die Finanzierung eines Bündels von verschiedenen Forschungsprojekten zu den tertiärzeitlichen Ölschiefer-Vorkommen westlich von Darmstadt. Die zweite gute Nachricht traf jetzt aus Hannover ein. Hier haben die Geowissenschaftlichen Gemeinschaftsaufgaben (GGA) beschlossen, sich in der Messel-Forschung zu engagieren und insbesondere der Frage nachzugehen, wie es überhaupt vor etwa 50 Mio. Jahren zur Entstehung der mit dem fossilreichem Ölschiefer gefüllten Senken bei Messel kommen konnte. Die Geologischen Gemeinschaftsaufgaben sind genauso wie das Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt a. M., eine Forschungsgemeinschaft der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Den beim Forschungsinstitut Senckenberg koordinierten Anträgen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft liegen drei Forschungsbohrungen in die Ölschiefer-Vorkommen von Groß-Zimmern, Prinz von Hessen (Darmstadt) und Offenthal (Stadt Dreieich) zu Grunde. Die 1997/98 gemeinsam vom Forschungsinstitut Senckenberg und dem Hessischen Landesamt für Bodenforschung (Wiesbaden) mit großzügiger Unterstützung der Erika und Walter Datz-Stiftung, Bad Homburg v. d. H., niedergebrachten Kernbohrungen lieferten eine Fülle von Gesteinsproben und Meßdaten, die nun in 12 geowissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland untersucht werden können. Dabei stehen Fragen nach der chemisch-mineralogischen Zusammensetzung der erbohrten Gesteine und ihrer Entstehung genauso im Mittelpunkt des Interesses der Forscherinnen und Forscher wie Untersuchungen zur Klima- und Vegetationsgeschichte oder der Herkunft des organischen Materials im Ölschiefer. Die Geologischen Gemeinschaftsaufgaben greifen einen vom Hessischen Landesamt für Bodenforschung und dem Forschungsinstitut Senckenberg unterbreiteten Vorschlag auf und werden sich einem ersten Schritt mit aufwendigen geophysikalischen Untersuchungen an der Erforschung der Ölschiefer-Vorkommen beteiligen. Wie sehen die Senken aus, in denen der Ölschiefer zur Ablagerung kommen konnte? Wie mächtig ist die tertiärzeitliche Sedimentfüllung im Zentrum der Grube Messel? Weshalb liegen einige Vorkommen auf einer Südwest-Nordost verlaufenden Linie? Gibt es im tieferen Untergrund bislang nicht erkannte Störungszonen? Nach Auswertung der ersten Ergebnisse soll dann in einem zweiten Schritt an einer geeigneten Stelle in der Grube Messel gebohrt werden. Dies ist für das Jahr 2001 angepeilt. Dabei sollen nicht nur die gesamten Seesedimente durchbohrt und vollständig gekernt werden. Ziel der voraussichtlich 300-400 m tiefen Bohrung ist es, möglichst tief in die Gesteine unterhalb der Seeablagerungen vorzustoßen und eindeutige Hinweise auf die Entstehung des Seebeckens zu erhalten. Die Fragen, ob die weltberühmte Grube Messel in einem durch gebirgsbildende Kräfte entstandenen Graben, in einem Vulkankrater oder einer Einschlagstelle eines Meteoriten liegt, ist ja nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Bevor die schätzungsweise 400 Tsd. DM teure Bohrung angesetzt werden kann, müssen allerdings auch noch weitere Sponsoren gefunden werden. Die bei den Geowissenschaftlichen Gemeinschaftsaufgaben für die Bohrung vorhandenen Haushaltsmittel können nur einen Teil der benötigten Summe abdecken. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt Bodendenkmalpflege, Industrie, Geologisches Landesamt und Paläontologie - gordischer Knoten oder konstruktive Zusammenarbeit? Die in "Paläontologie aktuell" regelmäßig erscheinenden Stellungnahmen, Gegendarstellungen und Richtigstellungen zu Themen der Bodendenkmalpflege haben zwar einen durchaus hohen Unterhaltungswert, könnten in der Öffentlichkeit aber als wenig kreative Auseinandersetzung zwischen Paläontologen und der Bodendenkmalpflege mißverstanden werden. Daß Bodendenkmalpflege und Paläontologen durchaus sinnvoll zusammenarbeiten können, wurde unter anderem im Heft 39 von "Paläontologie aktuell" durch die Kollegen KORN, GREWING und THOMAS dargestellt. Die geschilderten, durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege (Bonn) betreuten Grabungen, wurden im Zusammenhang mit dem Bau der Erdgasfernleitung WEDAL-II durchgeführt. Weitere paläontologische Grabungen, die teilweise vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege finanziert wurden, fanden in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen und einem Steinbruchbetreiber in einer unterkretazischen Höhlenfüllung im Bergischen Land statt. Die Höhle liegt in oberdevonischen Massenkalken des Velberter Antiklinoriums 200 m unter der heutigen Erdoberfläche und wurde bei der Erweiterung eines Steinbruchs der Rheinkalk GmbH & Co. KG entdeckt. Die Aufschlußverhältnisse waren daher ausgesprochen gut und ermöglichten eine detaillierte Untersuchung. Inzwischen ist das Vorkommen nicht mehr zugänglich. Die Verkarstungsphänomene sind vielgestaltig. Sie umfassen Bereiche mit weitgehend entfestigtem Kalkstein, hallenartige, mit unterkretazischen Sedimenten verfüllte Höhlen, Kollapsstrukturen über ehemaligen Hohlräumen, vertikale Versturzdolinen und unverfüllte, röhrenförmige Höhlen. Am spektakulärsten und aus paläontologischer Sicht auch am interessantesten sind die überwiegend mit Sanden und Tonen verfüllten Höhlen. Nach palynologischen Datierungen haben die Sedimente ein unterkretazisches Alter. Der ehemalige Hohlraum weist erhebliche Abmessungen auf. Aufgeschlossen war er über eine Breite von fast 200 m, die größte beobachtete Höhe zwischen Höhlenboden und Höhlendach betrug 20 m. Durch zur Lagerstättenerkundung abgeteufte Bohrungen, Bodenradarmessungen und einige vom Geologischen Landesamt NRW gezielt angesetzte Kernbohrungen läßt sich eine Ausdehnung des Karsthohlraums von rund 700 m rekonstruieren. Dabei beträgt die Höhendifferenz zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt auf dieser Strecke ca. 110 m. Die Sedimente der Höhlenfüllung bestehen überwiegend aus hellgelben Sanden. Eingeschaltet sind dunkelgraue, fast schwarze Horizonte, die zum Teil gradierte Schichtung aufweisen und ausgesprochen reich an organischer Substanz sind. Am häufigsten sind Holzstücke in fusitischer Erhaltung. In den hellgelben Sanden fehlen fusitische Reste völlig. Offensichtlich sind die holzkohlereichen Horizonte unter ganz besonderen Bedingungen entstanden, während die hellgelben Sande die Hintergrundsedimentation darstellen. In den Sanden konnte ein umfangreiches Inventar von Sedimentstrukturen wie Rippelschichtung, verschiedene, sich verzahnende Rinnensysteme und Rutschungen aufgenommen werden. Die teilweise schwer deutbaren sedimentologischen Aspekte - Untersuchungen in vergleichbaren fossilen oder rezenten Höhlensystemen fehlen weitgehend - werden z. Z. durch eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. TIETZE (Marburg) bearbeitet. Aus paläontologischer Sicht ist das Vorkommen besonders wegen seiner reichen Floren von größtem Interesse. Unterkretazische terrestrische Sedimente mit Fossilführung sind in Westeuropa relativ selten. Da zu dieser Zeit die frühe Evolution der Angiospermen begann, mit der Folge einer tiefgreifenden Änderung des gesamten terrestrischen Ökosystems, sind solche Fundstellen immer von großer paläontologischer Bedeutung. Allerdings sind größere Funde in den Sedimenten ausgesprochen selten. Hierzu gehören längere Pflanzenstengel und relativ massiv gebaute Pinaceen-Zapfen. Die besondere Bedeutung des Vorkommens liegt vielmehr in den außerordentlich gut erhaltenen pflanzlichen Kleinresten. Die fusitischen Holzkohlen weisen noch feinste Details auf, lassen sich in drei Ebenen untersuchen und können daher größeren systematischen Einheiten zugeordnet werden. Im Mittelpunkt der geplanten Untersuchungen wird stehen, ob unter den Resten Angiospermenhölzer vorkommen. Die Fusite sind allerdings nicht nur aus taxonomischer Sicht von Interesse. Sie bieten auch interessante Einblicke in die Ökologie der unterkretazischen Vegetation. Fusit entsteht bei Waldbränden. Laborversuche haben gezeigt, daß Holzkohle erst bei Temperaturen ab etwa 230 °C entsteht. Bei Feuertemperaturen über 300 °C bilden sich entlang der Mittellamelle der Zellwand feine Risse, so daß die Holzkohle sehr leicht zerbricht und schon nach kurzem Transport nur in winzigen Fragmenten erhalten bleibt. Holzkohle, die unter ganz bestimmten Bedingungen entstanden ist, stellt daher außerordentlich begehrtes Untersuchungsmaterial dar, da selbst so zarte Strukturen wie Sporangien, Moosreste und Blüten erhalten bleiben können. Das massenhafte Vorkommen der Holzkohle läßt auf ausgedehnte Waldbrände schließen. Aus rezenten Untersuchungen ist bekannt, daß nach einem Waldbrand die Vegetation und die Streu- und Humusschicht zerstört werden mit der Konsequenz einer Destabilisation von Hängen und einer extremen Zunahme der Bodenerosion. Das als Sedimentfalle wirkende Höhlensystem nahm in der Folge Sediment und Holzkohle auf. Da letztere in wenigen Lagen angereichert ist, könnte man vermuten, daß die Waldbrände selten, dann aber mit katastrophalen Folgen auftraten. Ein Problem bei dieser Deutung ist allerdings, daß über das Sedimentationsgeschehen in rezenten wie auch in der unterkretazischen Höhle nur sehr wenig bekannt ist und mehrfache Umlagerungen und Sortierung innerhalb des Systems nicht ausgeschlossen werden können. Ebenfalls als Fusit erhalten sind u. a. Sporangien, Indusien, Fiederblättchen von Farnen, Samen und Coniferenreste. Besonders interessant sind die Sporangien, die teilweise noch mit Miosporen gefüllt sind. Zwei Typen sind besonders häufig. Ein birnenförmiger Typ mit einem breiten Schlitz als Austrittsöffnung für die Sporen am Scheitel weist große Gemeinsamkeiten mit rezenten Osmundaceen-Sporangien auf, ein anderer besitzt zu einem Anulus verdickte Wandzellen und ähnelt den Sporangien rezenter Polypodiaceen. Bei diesen leptosporangiaten Farnen dient der Anulus als Kohäsionsmechanismus zum Öffnen des Sporangiums und zum Herausschleudern der Sporen. Die häufig gefundenen Indusien könnten die zu einem Sorus vereinigten Sporangien dieses Typs wie einen Schirm bedeckt haben. Allerdings liegen nicht alle Fossilreste in fusitischer Erhaltung vor. Besonders arten- und individuenreich sind erstklassig erhaltene Megasporen. Sie stammen von heterosporen Lycopsida (Selaginellales, Isoetales) und Filicopsida. Die Pflanzen dieser Gruppen sind an hohe Luftfeuchtigkeit oder an sumpfige Standorte gebunden. Einige sind sogar freischwimmende Wasserpflanzen. Das gehäufte Vorkommen von Megasporen zeigt daher, daß zumindest zeitweise flache, stehende Gewässer oder feuchte Standorte in der Nähe des Schluckloches der Höhle vorhanden waren. Das Vorkommen der Grünalge Botryococcus untermauert diese Vermutung. Da eine dauerhafte Sicherung des Aufschlusses nicht möglich war, wurden über 3.000 kg fossilführender Sedimente entnommen und im Kernlager des Geologischen Landesamtes NRW gelagert. Außerdem wurden mehrere vom Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen finanzierte Kernbohrungen niedergebracht. Eine Kernbohrung wurde an der Stelle der größten bekannten Mächtigkeit der Höhlenfüllung abgeteuft, so daß ein repräsentativer Ausschnitt dauerhaft aufbewahrt werden kann. Zahlreiche detaillierte Profilaufnahmen, Lackprofile und geophysikalische Messungen ergänzen die Dokumentation. Somit bleibt das paläontologische Denkmal in Form einer umfassenden Datensammlung und des umfangreichen Probenmaterials erhalten. Die Arbeiten wurden durch die Rheinkalk GmbH & Co. KG jederzeit unterstützt und durch Einsatz schweren Gerätes entscheidend vereinfacht. Das Sedimentmaterial wird z. Z. mit Förderung durch das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege und das Arbeitsamt Krefeld im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aufbereitet und ausgelesen. Durch das Geologische Landesamt NRW und die Rheinkalk GmbH & Co. KG wurde im November 1999 das Projekt im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Resonanz war für alle Beteiligten überraschend: in mehreren Fernseh- und Radioberichten (u. a. WDR und Deutschlandfunk) sowie in zahlreichen Artikeln auch überregionaler Zeitungen wurde das Vorkommen der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die Untersuchung des Wülfrather Paläokarstsystems ist also ein gutes Beispiel für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bodendenkmalpflege, Industrie und Geologischem Landesamt zum Nutzen der Paläontologie. C. HARTKOPF-FRÖDER & A. VIEHOFEN, Krefeld Paläontologische Datenbanken Austrofossil - Erstes Update Pünktlich zur Auferstehung erfolgte das erste Update von Austrofossil von etwa 23000 auf 33000 Datensätze (http://www.oeaw.ac.at/~austrofossil/) mit neuem Layout, Links, tektonischer und politischer Karte von Österreich. H.W. FLÜGEL, Graz Datenbanken in der Paläontologie - Resultate des Workshops in Zürich am 24.9.1999 Bei dem zweiten Workshop "Datenbanken in der Paläontologie" in Zürich wurde die Einrichtung eines Listservers beschlossen, der allen an Datenbanken in der Paläontologie Interessierten offen steht. Er wurde inzwischen von Herrn LOESER in Dresden eingerichtet. Jeder kann subskribieren, indem er eine E-mail an Herrn LOESER sendet, der sich zur Zeit in Japan aufhält. Seine E-mail-Anschrift lautet zur Zeit: loeser@museum.tohoku.ac.jp Der Listserver soll neben der Aussprache über verschiedene spezielle Themen auch als Diskussionsforum über aktuelle, allgemeine Fragen dienen. Bei dem Workshop wurde die Frage intensiv diskutiert, in wieweit es sinnvoll ist, Datenbanken mit sehr detaillierten Strukturen auszustatten, weil dadurch die allgemeine Handhabung erschwert wird. Ziel unserer Bemühungen sollte es sein, Daten austauschbar zu machen, d. h. einmal erfasste Daten auch mit anderen Programmen verarbeiten zu können. In den Mittelpunkt der Diskussion rückt dabei die lange diskutierte Frage der Vermeidung von "Insellösungen" im Datenbank-Bereich. Fördermittel aus öffentlichen Förder-Instrumenten, z. B. der DFG, werden vermutlich auf lange Sicht nur vergeben werden, wenn die Einbindung der spezifischen Datenbank in ein allgemeines System gewährleistet ist, weil nur dann die allgemeine Nutzung der erfassten Daten auch nach Beendigung der ursprünglichen Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet ermöglicht wird. Gemeinsamkeiten paläontologischer Datenbanken liegen in den Angaben von Zeit und Raum; dies gilt nicht nur für Fossilien, sondern auch sonstige paläontologisch erfassbare Strukturen wie etwa Riffe. Die Geokommission hatte schon vor Jahren Datenbanken als wichtige Voraussetzung künftiger paläontologischer Forschung bezeichnet. Ein Vorschlag hierzu an die Geokommission wurde jetzt in Tübingen erstellt; er wird in Kürze in unserer Homepage zur Einsicht bereitgestellt, um eine allgemeine Diskussion über das von vielen Seiten kritisch betrachtete Problem der allgemeinen Zugänglichkeit von Datenbanken zu beginnen. Die Homepage von Paldat (Datenbanken in der Paläontologie) lautet http://www.snsd.de/paldat; die bisherige Anschrift http://www.geol.uni-erlangen.de/pal/paldat in Erlangen wird weiterhin geführt. In der zuerst aufgeführten Anschrift finden sich Hinweise zum oben beschriebenen Listserver. Ein ausführliches Protokoll über den Workshop in Zürich am 24.9.1999 findet man bei beiden Anschriften. Der nächste Workshop ist für die 70. Jahrestagung in Coburg (24.-30.9.2000) vorgesehen. J. KULLMANN, Tübingen Ausstellungen, Sammlungen und Museen Erforschung mariner Lebensräume - Ausstellungen auf der "EXPO am Meer" in Wilhelmshaven Im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 werden am Außenstandort in Wilhelmshaven in der Zeit vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000 mehrere Ausstellungen gezeigt, die sich mit der Erforschung mariner Lebensräume beschäftigen und neueste Ergebnisse der Meeresforschung vorstellen. In den Themenkreisen Umwelt, Klimawandel und Leben an der Küste werden vom Forschungsinstitut Senckenberg vier Ausstellungen mit Schwerpunkten in den Geowissenschaften und der Biodiversitätsforschung präsentiert. Die Ausstellung "Riffe - Städte unter Wasser" bildet die Abschlußrepräsentation der koordinierten Ergebnisse aus den wissenschaftlichen Projekten des in den 90er Jahren durchgeführten Schwerpunktprogrammes "Globale und regionale Steuerungsprozesse biogener Sedimentation - Riff-Evolution und Kreidesedimentation" der DFG. Die Ausstellung ist seit 1997 als Wanderausstellung bereits in verschiedenen Museen und Forschungsinstituten zu sehen gewesen. Mit dem Titel "Wattenmeer" wird eine weitere Wanderausstellung des Forschungsinstitutes Senckenberg auf der "EXPO am Meer" zu sehen sein. Die Ausstellung wurde anläßlich des 70-jährigen Bestehens von "Senckenberg am Meer" konzipiert und zeigt alle dort vertretenen Forschungsbereiche. Thematisch widmet sich die Ausstellung dem Wattenmeer aus unserer heutigen Sicht. Großräumige Zusammenhänge und das komplexe Ineinandergreifen unterschiedlicher Faktoren werden anhand eines Großmodells und zahlreichen Dioramen vermittelt. Dem noch recht jungen Forschungsfeld der Hydrothermalquellen der mittelozeanischen Spreizungszonen widmet sich die Ausstellung "Tiefseeforschung". Sie beinhaltet u. a. ein begehbares Modell einer Black-Smoker Landschaft einschließlich der mit den sulfidischen Quellen vergesellschafteten Organismen. Außerdem können an Terminals Informationen über die Forschungsprogramme und über das Forschungsschiff "SONNE" abgerufen werden. Die Ausstellung wird durch die neuesten Forschungsergebnissen aus dem Bismarck-Archipel und dem Fiji-Becken ergänzt. Das "Ocean Drilling Programm", größtes internationales geowissenschaftliches Forschungsprojekt, präsentiert sich in dem Themenkreis Klimawandel. Mehr als 1000 Bohrungen aus allen Weltmeeren lieferten bislang umfangreiches Datenmaterial das eine detaillierte Rekonstruktion des globalen Klimageschehens in der jüngeren Erdgeschichte ermöglicht und eine wichtige Datenbasis für die Abschätzung der künftigen Klimaentwicklung darstellt. Weitere Informationen zu den Themenkreisen sind im Internet unter www.expo-am-meer.de zugänglich .A. WEHRMANN, Frankfurt Eiszeit-Ausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn Vom 20.10.2000 bis zum 18.2.2001 zeigen die Städtischen Museen Heilbronn (Naturhistorisches Museum) auf ca. 750 qm Fläche die Ausstellung "Eiszeit - Mammut, Urmensch...... und wie weiter?". Schwerpunkte dieser Ausstellung sind die Umweltentwicklung der letzten ca. 600.000 Jahre anhand der Tier- und Pflanzenwelt und die Evolution des Menschen. Lebensgroße Modelle, u. a. von Mammut, Wollnashorn, Höhlenbär, Auerochse, Riesenhirsch oder Höhlenlöwe, vermitteln ein Bild der pleistozänen Großsäugerfauna. Alle wichtigen Fundstellen des frühen Menschen in Deutschland werden durch Originalfunde und Rekonstruktionen vorgestellt. Zudem regt das Ausstellungskonzept in einer speziellen Installation dazu an, über den Standort des Menschen am Beginn des 3. Jahrtausends nachzudenken. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Multi-Media-Angebot und ein umfangreiches Begleitprogramm. Zur Exposition liegt ein teilweise farbig bebilderter Katalog vor. Beiträge zu diesem Katalog lieferten folgende Autoren: ADAM, Stuttgart; CZARNETZKI, Tübingen; HANSCH, Heilbronn; HUMMLER, Heilbronn; KLINGHOLZ, Hamburg; MAI, Berlin; MANIA, Jena; ROSENDAHL, Darmstadt; SCHRENK, Darmstadt; SCHÜLER, Weimar; THIEME, Hannover; V. KOENIGSWALD, Bonn; WENIGER, Mettmann; WUKETITS, Wien. Nähere Informationen zur Ausstellung unter Tel.: 07131-562302, Fax: 07131-562859 oder staedtischemuseenheilbronn.nhm@t-online.de W. HANSCH, Heilbronn Bedeutende geowissenschaftliche Sammlungen in einer Hand Die wissenschaftliche Sammlung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Berlin wird am 26.01.2000 dem Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zur Betreuung und Verwaltung übergeben. Damit sind die berühmten mineralogischen und paläontologischen Sammlungen des Museums und der in mehr als zwei Jahrhunderten aus der angewandten Forschung und der Landeskartierung entstandene, umfangreiche Fundus wieder in einer Hand. Beide Sammlungen gehen auf den gleichen Ursprung zurück: das Mineralienkabinett der 1770 gegründeten Königlichen Bergakademie zu Berlin. Die heute weit über 1,5 Millionen Stücke umfassende Sammlung der BGR gilt in Europa als eine der größten ihrer Art, und sie zählt zu den bedeutendsten in der Welt. Nach den gemeinsamen Anfängen begann 1873, mit der Gründung der Königlichen Geologischen Landesanstalt, der Aufbau eines eigenen Probenarchivs für Preußen. Die königlichen Landesgeologen wurden dazu in einer Geschäfts-Anweisung angehalten, Proben "welche ein specielles wissenschaftliches oder Sammlungs-Interesse besitzen und für die betreffende Localität ein charakteristisches Beweis-Interesse haben" zu sammeln. Sie waren darüber hinaus sogar befugt, lokale Sammlungen anzukaufen, "und zwar ohne Weiteres bis zu einer Höhe des Preises von 25 Thalern". Nach dem Einzug in das 1878 fertiggestellte Gebäude in der Berliner Invalidenstrasse konnte das vorhandene umfangreiche Material in einer systematischen wissenschaftlichen Sammlung zusammengeführt werden. Ab 1900 kamen zunehmend Proben aus den Kolonialgebieten und anderen europäischen und überseeischen Ländern dazu. Der zweite Weltkrieg hat Teile der Sammlung stark betroffen, trotzdem verblieb ein beachtlicher Bestand erhalten, darunter Stücke, deren Fundorte heute nicht mehr zugänglich sind. In der Nachkriegszeit begann das damalige Zentrale Geologische Institut der DDR mit dem Neuauf- und Ausbau der Sammlung, insbesondere in Hinblick auf Gesteins- und Rohstoffvorkommen Ostdeutschlands. 1990 übernahm die BGR die Neuordnung und Neuorganisation dieses für die nationale und internationale Wissenschaft bedeutungsvolle Fundus. Seit 1994 ist die Sammlung wieder öffentlich zugänglich. Moderne Archivierungs- und Nachweissysteme erleichtern die Arbeit. 1996 erfolgte der Umzug der Sammlung von der Invalidenstraße in großzügige, architektonisch interessante und gut ausgestattete Räumlichkeiten in Spandau. Die Sammlungsräume, die Räume für das wissenschaftliche und technische Personal sowie Arbeitsplätze für besuchende Gastwissenschaftler bieten gute Arbeitsbedingungen. Die Sammlung wird daher auch in der Zukunft an ihrem jetzigen Ort bleiben. Der Bestand ist in mehrere Sammlungsbereiche gegliedert. Die Sammlungsgebiete Mineralien, Rohstoffe und Gesteine enthalten über 550.000 Belege. Der Bereich zur Erdgeschichte mit Fossilien aus dem Tier- und Pflanzenreich umfaßt sogar über 900.000 Stücke. In der Lehr- und Vergleichssammlung stehen dem Besucher rd. 35.000 Belegstücke zur Verfügung. Die Spandauer Sammlung ergänzt in vorzüglicher Weise die bedeutenden Sammlungen des Museums für Naturkunde und bestärken damit die Bedeutung Berlins als Kultur- und Wissenschaftsmetropole. Pressemitteilung, BGR-Öffentlichkeitsarbeit, Hannover Tagungsberichte 10th International Echinoderm Conference in Dunedin, Neuseeland Vom 29. Jan. bis 04. Feb. 2000 fanden sich zum zehnten Mal seit 1972 Echinodermenforscher aus aller Welt zu einer Internationalen Konferenz zusammen. Diesjähriger Gastgeber war die Universität von Otago Dunedin (Neuseeland). Mit knapp 150 Teilnehmer aus 22 Ländern blieb die Teilnehmerzahl aufgrund der Exponiertheit des Tagungsortes weit hinter der letzten (San Francisco) zurück. Aus Deutschland nahmen nur J. NEBELSICK (Tübingen) und M. REICH (Greifswald) sowie mehrere z. Zt. im Ausland arbeitende Marine Biologen teil. Neben 9 Plenarvorträgen wurden mehr als 90 Vorträge in zwei Parallelsitzungen zu nachfolgenden Themen vorgestellt: Biogeography, functional morphology and systematics; Fisheries and Aquaculture; Ecology; Reproduction and larval ecology; Palaeobiology and functional morphology sowie Neural biology and regeneration. In einer Poster-Sitzung wurden begleitend mehr als 60 Poster präsentiert. Abgerundet wurde die Tagung durch ein umfangreiches gesellschaftliches Beiprogramm und mehreren Exkursionen zu den natürlichen Schönheiten Neuseelands, einer Dredging-Ausfahrt sowie einer geologischen Exkursion (Schwerpunkt Tertiär). Der Tagungsband soll voraussichtlich im September 2000 bei A. A. Balkema (Rotterdam) erscheinen. M. REICH, Greifswald 27. Arbeitskreis Wirbeltier-Paläontologie in Bensberg bei Köln (24.-26.3.2000) Zum alljährlichen Treffen des Arbeitskreises lud dieses Jahr die Wirbeltierpaläontologie-Fraktion des Paläontologischen Institutes Bonn ins Bergische Land nach Bensberg bei Köln. Im gepflegten Rahmen des Kardinal Schulte-Hauses, einem ehemaligen Priesterseminar, fanden sich annähernd 100 Kollegen und Kolleginnen aus dem In- und Ausland ein, um über verschiedene Aspekte, Fragestellungen und Ergebnisse zum Thema "Palaeogeographie" zu erfahren und zu diskutieren. Das Treffen wurde, wie üblich, durch die Teilnahme von Kollegen aus den Niederlanden und Tschechiens, sowie auch aus den USA und Frankreich bereichert. Eröffnet wurde die Tagung am Nachmittag des 24.3. mit einer Exkusion in den Braunkohle-Tagebau Hambach. 36 Interessierte ließen es sich trotz des unfreundlichen, regnerischen Wetters nicht nehmen, sich von den "Insidern" Herrn Dipl.-Geol. FRITZ VON DER HOCHT und Dr. BERTRAM WUTZLER fachmännisch in die geologischen und paläontologischen Besonderheiten, sowie auch in technische Abläufe und Hintergründe dieses Tagebaus einführen zu lassen. Abgerundet wurde die Exkursion durch einen gemütlichen Imbiß begleitet von einem Vortrag von Dr. T. MÖRS über die Wirbeltierfauna von Hambach und einer abschließenden Besichtigung der kleinen "Firmen-internen" Ausstellung. Als Rahmenthema für die diesjährigen Vorträge war der Aspekt der "Paläobiogeographie" vorgegeben. Die Vortragsreihe wurde von W. V. KOENIGSWALD (Bonn) mit einem Referat über Arealverschiebungen in der Säugerfauna des Pleistozäns eröffnet. Im Folgenden gab. M. SANDER (Bonn) Einblicke in die Verbreitung der Ichthyosaurier während der Trias. M. GODINOT (Paris) präsentierte eine neue untereozäne Säugetierfauna aus dem Pariser Becken und R. BERNOR (Washington) berichtete stellvertretend für T. KAISER und R. SCOTT über "Evolution, Adaptation and Paleobiogeography of the Old World Hipparionine Horses". Der Biogeographie der mitteleozänen Flußfische Süddeutschland widmete sich der Vortrag von M. BÖHME (München) und T. ROßMANN (Mainz) stellte "Messelosaurine Lacertilier als Südamerikaner in Europa oder als Europäer in Südamerika" zur Diskussion. R. SCHOCH (Stuttgart) analysierte am Beispiel triassischer Stegocephalen die Eroberung Pangäas. O. RAUHUT (Berlin) erläuterte die paläogeographischen Beziehungen der Theropodenfauna Afrikas und T. GASSNER (Bonn) stellte die Schildkrötenfauna aus der oberjurassischen Fundstelle Guimarota und ihre Beziehungen zu Nordamerika und Europa vor. Über die paläobiogeographischen Aspekte früher scincomorpher Echsen berichtete A. BROSCHINSKI (Hannover). Mit biogeographischen und klimatischen Aspekten bei der quartären Verbreitung der Äskulapnatter Elaphe longissima beschäftigte sich G. BÖHME (Halle). Die Größenvariationen des Rothirsches im Pleistozän war Thema des Vortrags von T. PFEIFFER (Bonn). Z. ROCEK (Prag) referierte über "Evolution of the anurian assemblages in the Tertiary of Europe in context of paleogeography" und U. UHLIG (München) über die Palaeobiogeographie einiger alttertiärer Rhinocerotiden Europas. Über die Herkunft der Hörnchen und ihrer Verwandten klärte K. HEISSIG (MÜNCHEN) auf. Kurzvorträge zu freien Themen lieferten M. WUTTKE (Mainz) über die Grabung Kunskopf-See, S. BASZIO (Frankfurt) über Untersuchungen zur Taxonomie und Funktionsmorphologie rezenter und fossiler Schlangen und J. ERFURT (Halle) über neue Säugetierfunde aus Toru Aygyr (Kirgystan). Weiterhin referierten O. HAMPE (Bonn) über Phoebodus-Zähne aus dem mittleren Famennium von NW Iran, M. MOSER (München) über den Einfluß der Pedogenese auf die Taxonomie von Plateosaurus und R. MUTTER (Zürich) über großwüchsige basale Actinopterygier aus der Grenzbitumenzone des Monte San Giorgio. Ein "Grundsatzreferat zur Methodik der modernen Biogeographie und zur Dynamik von Arealsystemen bzw. Bioprovinzen" von P. MÜLLER (Saarbrücken/Trier) sowie Impressionen einer Exkursion durch Patagonien, vorgestellt von D. KALTHOFF, T. MARTIN, T. MÖRS, W. V. KOENIGSWALD, bildeten den jeweils abendlichen wissenschaftlichen Rahmen des Arbeitskreis-treffens. Hitzig und z. T. sehr konträr ging es bei einem abendlichen Diskussionsforum um die Stellung und Zukunft der Wirbeltierpaläontologie in Deutschland zu. Als Ausgleich gaben die gemütlichen, abendlichen Gesprächsrunden wie üblich Gelegenheit, Hochgeistiges und Banales auszutauschen, neue Kontakte zu schließen und alte Freundschaften zu pflegen. Für die tadellose Organisation und den reibungslosen Verlauf des Treffens zeigten sich dieses Jahr allen voran DANIELA KALTHOFF, sowie INGO RAUFUSS und weitere "Bonner HelferInnen" verantwortlich. Ihnen sei an dieser Stelle auf´s herzlichste gedankt (...nicht zuletzt für so manche Serviceleistung). Zum Rahmenthema "Forschungsperspektiven, -konzepte und -programme" trifft sich der Arbeitskreis Wirbeltier-Paläontologie im nächsten Jahr vom 9.3.-11.3. auf der Burg Lichtenberg bei Karlsruhe. U. GÖHLICH, München 15th International Senckenberg Conference: Mid-Palaeozoic bio- and geodynamics: The North Gondwana - Laurussia interaction Joint meeting of the 'International Geological Correlation Program (IGCP) 421' and the 'Subcommission on Devonian Stratigraphy (SDS)' hosted by the 'Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft', Frankfurt am Main, at the 'Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg', Frankfurt am Main (Germany). May 11 - 21, 2001 First circular and preliminary registration Close to the end of IGCP 421, there will be again a joint meeting of IGCP 421 and SDS as has been successfully arranged during the past years (Bologna/Modena, Morocco). The participants will be hosted by the 'Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft' in Frankfurt am Main, Germany; the meeting will take place as the '15th International Senckenberg Conference'. Besides the technical sessions that will be held at the 'Naturmuseum Senckenberg' from May 15 - 17, 2001, there will be two pre-symposium field trips and one post-symposium field trip. Field trips prior to the lectures will lead to the Belgian Ardennes (organized by P. Bultynck, Bruxelles), May 11 - 12, 2001 and to the Rheinisches Schiefergebirge (organized by the Senckenberg group), May 13 - 14, 2001. After the lectures, a field trip will lead via the Thüringisches Schiefergebirge (May 18 - 19, 2001) - organized in cooperation with our Thuringian colleagues - to the Barrandian area (May 20 - 21) where our Czech colleagues will guide the participants. During these trips, a variety of rocks generated in different facies realms can be visited, i.e. from coastal to pelagic facies of mainly Devonian as well as Carboniferous and Silurian. The oral presentations shall be arranged in different sessions; topics like biogeography of different faunal and floral groups, biogeographical methods and databases, biofacies belts, bioevents, plate tectonics, palaeomagnetism, map reconstructions, etc. are prospected. Sessions of the IGCP 421 and SDS groups will be arranged during the meeting as well. Program overview May 11 - 12, 2001: Pre-conference field trip (V1), starting from Bruxelles and ending in Frankfurt, organized by P. Bultynck: Belgian Ardennes. May 13 - 14, 2001: Pre-conference field trip (V2), starting from Frankfurt (overnight stay in Frankfurt as well on May 13, 2001), organized by the Senckenberg group: Rheinisches Schiefergebirge. May 14, 2001 (evening): Icebreaker party at the Naturmuseum Senckenberg. May 15 - 17, 2001: Technical sessions at the Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt. Registration: May 15, 2001, from 8.00 to 9.00 a.m. May 18 - 21, 2001: Post-conference field trip (N), starting from Frankfurt with overnight stay in Thuringia on May 18, 2001 (organized by the Thuringian colleagues), and leading to Praha (organization by the Czech colleagues), where the excursion ends on May 21, 2001: Thüringisches Schiefergebirge and Barrandian area. Remark: For those who will be heading back to Frankfurt transportation by coach will be possible on May 22, 2001. Registration fees: Because of the early date for this first circular, all costs can be announced only in the 2nd circular. Second circular: Will be sent in June 2000 to those people who reply to this circular, also available on the website which will be arranged (at least in February 2000). Please, find a link to this via the Senckenberg homepage (http://www.senckenberg.uni-frankfurt.de). Presentations: Oral presentations (one oral presentation per participant, please) will be 15 minutes + 5 minutes for discussion. Conference language: English. Publications: All abstracts will be published in a special volume received by each participant; excursion guides will be distributed to participants of excursions; papers of the conference contributions will be refered and published in a volume of the 'Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg' (details will be given in the 2nd circular). Accomodation: We shall try to get allocations in hotels of different classification (first class, medium, 'cheap'). Hotels then can be booked by yourselves until a certain date which will be indicated in the 2nd circular; names of the hotels will also follow in the 2nd circular. Letter of invitation: If an official document is needed to confirm participation or help arrange funds for travel and attendance, please write or contact the organizers. Insurance: All participants should note that they must have valid health and travel insurance; in case, please purchase prior to your departure. Visa: Those who want to take part in the post-conference field trip to the Barrandian area, please check if you need visa for entering the Czech Republic. Funding: It will be tried to achieve limited funding for some participants from developing countries. Social events: To be announced in the 2nd circular. Deadlines: March 1, 2000: Return of 1st circular. November 1, 2000: Return of 2nd circular (sent to those who reply to the first circular, 3rd circular with scientific program will be sent to those people who reply to the 2nd circular in March 2001). November 1, 2000: Submission of abstracts. August 1, 2001: Submission of manuscripts for the proceedings volume. November 1, 2000: Payments (conference and excursions); after this date, 20% more until January 1, 2001. Until March 1, 2001: Refunding possible (with cancellation fee of 20%); after March 1, 2001 no refunding will be possible. Organization: Please, contact one of the following persons (mailing address for all of them is: Forschungsinstitut Senckenberg, Senckenberganlage 25, D-60325 Frankfurt am Main): G. PLODOWSKI (phone: ++49-69-97075127, fax: ++49-69-97075137, e-mail: gplodows@sngkw.uni-frankfurt.de) P. KÖNIGSHOF (phone: ++49-69-7542257, fax: ++49-69-7542242, e-mail: pkoenigs@sng.uni-frankfurt.de) E. SCHINDLER (phone: ++49-69-97075132, fax: ++49-69-97075137; e-mail: eschindl@sngkw.uni-frankfurt.de Vermischtes Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. EKKEHARD HERRIG REICH, M. (Hrsg.): Festschrift zum 65. Geburtstag von EKKEHARD HERRIG. - Greifswalder Geowissenschaftliche Beiträge, 6: 535 S., 73 Abb., 16 Tab., 55 Taf.; Greifswald, ISSN 0949-376X, Preis: DM 50,-. Im Mai 1999 erschien mit dem sechsten Band der Greifswalder Geowissenschaftlichen Beiträge eine Festschrift zum 65. Geburtstag des zum 31.03.1998 in den Ruhestand getretenen Prof. Dr. EKKEHARD HERRIG (Greifswald). Der Band wurde editiert von M. REICH unter redaktioneller Mitarbeit von J. ANSORGE und P. FRENZEL. Die Festschrift beinhaltet auf 535 Seiten neben der Laudatio und dem Schriftenverzeichnis des Jubilars 31 Beiträge zu den hauptsächlichen Arbeitsgebieten E. HERRIG's: (1) Ostrakoden (6 Beiträge); (2) Oberkreide (7 Beiträge); (3) Geologie und Geschiebe des Ostseeraumes (14 Beiträge) und (4) Allg. Paläontologie (4 Beiträge). Beteiligt haben sich neben vielen deutschsprachigen (34) auch internationale Autoren (10). Insgesamt werden im vorliegenden Band 57 neue Ostrakoden-, Trilobiten-, Gastropoden- und Bryozoen-Taxa beschrieben. Interessenten für das detaillierte Inhaltsverzeichnis der Festschrift oder den ganzen Band wenden sich bitte an MIKE REICH, Inst. f. Geol. Wiss. Greifswald, E-mail: reichmi@mail.uni-greifswald.de. M. REICH, Greifswald Buchbesprechungen Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Buchbesprechungen nur von paläontologisch bedeutsamen Werken von breitem Interesse nach vorheriger Absprache mit dem Vorstand bzw. mit der Redaktion im maximalen Umfang von einer Seite gedruckt werden. Wir bitten, auch in Zukunft hierauf zu achten. EIßMANN, LOTHAR: Die Erde hat ein Gedächnis - 50 Millionen Jahre im Spiegel mitteldeutscher Tagebaue. -- 144 Seiten, 144 Farbabbildungen; Sax-Verlag 2000, Beucha, ISBN 3-930076-91-8, DM 68,- . Mit dieser Publikation, die dem Nestor der Paläoklimatologie, MARTIN SCHWARZBACH, gewidmet ist, gelingt es dem Verfasser gerade noch, eine schon längst überfällige Informationslücke zu schließen, bevor die Großaufschlüsse in Mitteldeutschland durch die intensiven Maßnahmen der Rekultivierung für immer verschwinden. Mit dieser Publikation liegt weder ein Lehrbuch noch ein Bildband vor. Es ist eine Zeit- und Situationsdokumentation des Tertiärs und Quartärs Mitteldeutschlands, die fasziniert. Das Buch wird in einen Textteil (21 Seiten) und dem Anhang (4 Seiten) gegliedert, die den wichtigsten Abschnitt den Bildteil (108 Seiten) über das Tertiär und Quartär Mitteldeutschlands umrahmen. Das Vorwort des Verfassers verspricht viel, begründet das Werk und gibt Einblick in Vergangenheit und Zukunft. Diese Versprechen werden konsequent im gesamten Buch durch die entsprechenden Dokumentationen eingehalten. Die folgende Einleitung fesselt den Leser einerseits durch eine fast erschreckende Bilanz über die Zerstörung der Regionen, wo der Braunkohlenbergbau umging. Andererseits wird die damit verbundene einmalige Möglichkeit der Erforschung von Erd- und Lebensgeschichte des Tertiärs und Quartärs durch die im Verlauf von etwa 150 Jahren immer größer werdenden Abbaugebiete aufgezeigt. Die große Bedeutung einer genauen, vielseitigen Dokumentation, ihre Erfolge aber auch Mängel gehören in ein derartiges Werk. Allerdings hätte man stärker auf die vielfach leider schon wieder häufig vergessenen Restriktionen von seiten der staatlichen Institutionen während der DDR-Zeit hinweisen sollen, die es teilweise unmöglich machten, einer ordnungsgemäßen Dokumentation nachzukommen. Auf diese Problematik wird in dem Abschnitt "Die Kamera als Tagebuch" hingewiesen. Der Titel des Buches "Die Erde hat ein Gedächnis" ist der Inhalt des folgenden Kapitels und verlangt vom Leser ein kritisches Überdenken. Die Abschnitte "Das Erdarchiv Mitteldeutschlands" und "Überblick zur Geologie" sind gelungene Einführungen in die nachfolgende spezielle Thematik. Damit erhält der Leser eine Information über das einmalige Archiv der Erde von Mitteldeutschland aus einer Zeit von 50 Millionen Jahren, das zahllose Urkunden geliefert hat. Was unter dem "Känozoischen Locker-Gesteinen verhüllte Gebirge" verborgen ist, wird meisterhaft auf 8 Seiten dargelegt. Es ist ein Abriß der Erdgeschichte bezogen auf die mitteldeutsche Region. Die Bergbaugeschichte in diesem Gebiet ist für das Verständnis der ökonomischen und ökologischen Tatsachen und Probleme wichtig. Der umfangreichste Teil des Buches wird mit der Spannung versprechenden Überschrift "Der große Eingriff" eröffnet. Tagebaue der "Älteren und Jüngeren Braunkohleformation" werden hier vorgestellt. Schon allein die hervorragenden Abbildungen, die wie Gemälde wirken, sprechen für sich. Sachliche Bilderläuterungen wechseln mit einer kleinen Abhandlung die unter dem Titel "Bei der Betrachtung des Tagebaue Böhlen-Zwenkau" erzählt wird. Als eines der informationsreichsten Bilder wird vom Rezensenten das Farbbild mit dem Blick über den Tagebau Zwenkau auf Seite 31 empfunden. "Geräte" - eine Auswahl von "stählernen Riesensauriern" auf nur drei Bildern verlangen Respekt vor menschlichen Leistungen aber auch Gedanken über menschliches Versagen. "Gespeicherte Zeit, erstarrte Bewegungen" - hier spricht der Autor als erfahrener Geologe, der 40 Jahre lang ein kritisches Tagebuch geführt hat. Ausgewählte Zeugen der vortertiären und tertiären Zeit werden vorgestellt. Sie sind unersetzliche Belege aller wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse. Dabei kann es sich um Gesteinsproben, Profilaufnahmen, Reste fossiler Pflanzen und Tiere vom inkohlten Abdruck über körperlich erhaltene Basalteile ("Stubben") oder Zähne von Haien, Molluskenanhäufungen bis zu Bernsteininklusen handeln. Ihr reichhaltiges Vorkommen, die daraus gewonnenen Erkenntnisse, haben für die geologischen Wissenschaften zu einmaligen, international anerkannten Ergebnissen geführt. Das stellt der Autor in kurzen, einprägsamen Texten vor. Dabei verdienen besonders die Abschnitte "Sächsischer Bernstein" und "Das Geiseltalbecken" in ihrer knappen informationsreichen Darstellung besondere Anerkennung. Das trifft auch für den Hinweis auf den teilweise mit der Kohlebildung in Mitteldeutschland parallel verlaufenden Vulkanismus Nordböhmens mit Ausläufern im Erzgebirge zu. Als einer der besten Kenner der quartären Eiszeit stellt der Autor diese gegliedert in Kaltzeiten und Warmzeiten durch sorgfältig ausgewählte Farbfotos mit einem knappen aber inhaltsreichen Text vor. Die Lebewelt wird im Abschnitt "Fauna, Flora und Zeugen der Tätigkeit des Menschen" diskutiert. Neben den Belegen einer vergangenen Fauna, in der Riesensäuger wie Waldelefanten und ihre Fundumstände eine große Rolle spielen, werden den Gehölzen der "mitteleuropäischen Taiga" besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Abriß der "ältesten Menschheitsgeschichte in Mitteldeutschland" mit der Abbildung des "ältesten Brunnen Deutschlands" schließt die quartäre Eiszeit im mitteldeutschen Raum ab. In den folgenden 26 Seiten werden wiederum eiszeitliche Belege (Erratica, Findlinge), Bild-Dokumentationen von "erstarrten Bewegungen" wie Rundhöcker, Aufschiebungen, Faltungen u. a. auch einmalige Darstellungen von Fließfalten, Eiskeilen, Tropfenböden usw. gezeigt und besprochen. Der für das mitteldeutsche Tertiär typische Prozeß der Subrosion erfährt eine hervorragende Interpretation. Das geübte Auge des Autors hat mit den einmaligen Abbildungen die in den stillgelegten Tagebauen vielfältigen exodynamischen Prozesse erfaßt, die in dem Teilkapitel "Aktualismus" gezeigt werden. "Impressionen" informieren über die mühevollen Arbeiten für die Entstehung einer neuen Landschaft in einer dramatischen Bildfolge, die wir anzunehmen haben. Im Anhang kann der Leser an Hand einer instruktiven Übersichtskarte nochmals den Inhalt des Buches rekapitulieren. Die Bemerkungen von HANS-JÜRGEN KETZER vom Heimatverein des Bornaer Landes e.V., geben nochmals eine Information über diese bedeutende mitteldeutsche Region. Die gelungene Literaturauswahl läßt ergänzende Studien für interessierte Leser zu. Mit diesem Buch liegt eine einmalige Dokumentation vor, die fachlich hervorragend gestaltet wird. Bedeutungsvoll ist die knappe aber sehr informative Abfassung der Texte. Es fällt Dank der diffizilen Arbeit des Autors schwer, Mängel zu finden. Das Buch spricht breite Teile unserer Bevölkerung an. Für den Geologen, Paläozoologen, Paläobotaniker, Archäologen, Bergmann, Geographen, Historiker, Pädagogen, Studenten geo- und biowissenschaftlicher Disziplinen sowie für die zahllosen geologisch-paläontologisch interessierten Menschen aller Altersstufen (vom Realschüler bis zum Ruheständler) liegt eine empfehlenswerte, wichtige Dokumentation und Information über eine geologische und historische Zeit vor. Daneben ist aber auch ein Nachschlagwerk für den Naturschützer entstanden. Nicht zuletzt verdienen die hervorragenden Farbfotos des Autors große Anerkennung und die vom Verlag in meisterhafter Art und Weise erfolgte Umsetzung. Die gesamte Gestaltung dieses Buches macht das Lesen und Studieren des Inhaltes leicht. Der Preis von 68,00 DM entspricht der hohen Qualität dieser Publikation. H. WALTHER, Dresden RUST, J. (1999): Das Oberoligozän von Diekholzen bei Hildesheim, Bodenburg und den Eichteichen bei Neuhof/Lamspringe (mit Beiträgen von C. H. VON DANIELS, N. MOSTAFAWI und S. RITZKOWSKI). - Mitt. aus dem Roemer-Museum Hildesheim, Abhandlungen, Neue Folge Heft 7, 108 + 6 + 4 S., 15 Taf.; G. Olms Verlag Hildesheim, ISBN 3-487-11014-8, DM 29,- . Der sehr spezielle Titel soll hier aus mehreren Gründen kurz besprochen werden. Viele wissenschaftlich wichtige Aufschlußsituationen in unseren Landen sind in Vergessenheit geraten, man denke nur an das Beispiel des "wieder entdeckten" Eckfelder Maares in der Eifel. Hierzu gehören auch die Aufschlüsse bzw. Tertiärvorkommen im Bereich des Hildesheimer Waldes. So erfuhr die bedeutende oberoligozäne Fundstelle von Diekholzen ihre einzige zusammenfassende Darstellung der Fauna 1843 durch PHILIPPI. J. RUST trug zusammen, was in den verschiedensten Sammlungen archiviert und verstreut in manchen Neuaufsammlungen zu finden ist. Unter Berücksichtigung wichtiger moderner Literaturen erfuhr dieses Vorkommen so eine aktuelle zusammenfassende Darstellung der Faunen in Form einer möglichst vollständigen Archivierung und Neubestimmung vor allem der Mollusken (22 Gastropoden-, 46 Bivalven-, 2 Scaphopoden-Arten), aber auch der Anneliden-, Crustaceen-, Brachiopoden-, Echinodermen- und Vertebraten-Reste, die überwiegend auf sorgfältig zusammengestellten Tafeln abgebildet sind. Die zitierten "Beiträge" sind von unterschiedlichem Umfang: Die Ostracoden bearbeitete N. MOSTAFAWI (S. 58-70, Taf. 9-11), Der Beitrag von V. DANIELS bezieht sich auf eine Foraminiferenliste des Fundortes Eichteiche (S.95). RITZKOWSKI liefert zwei eigene, jeweils neu paginierte Beiträge am Ende des Bandes (Bohrungen aus dem Oberoligozän des Hildesheimer Waldes und Latdorf-Schichten ebenfalls von dort). Unklar erscheint das Erscheinungsdatum. Im Impressum ist unter "copyright" "Roemer-Museum und Autoren, 1995" angegeben, das Geleitwort jedoch datiert von 1999! Das Roemer-Museum in Hildesheim richtete der Paläontologischen Gesellschaft 1995 die Jahrestagung aus. Bereits der Name des Museums gibt einen Hinweis auf die reichen erdgeschichtlichen Sammlungsbestände. Und so möge der Hinweis auf diese Arbeit zugleich die neue Schriftenreihe und die Schätze dieses mit der Paläontologischen Gesellschaft verbundenen Hauses in Erinnerung rufen. F. STRAUCH, Münster TATTERSALL, I. (1999): Neandertaler - der Streit um unsere Ahnen (dt. Übersetzung von H.-P. KRULL). - 216 S., 95 Farbfotos; Birkhäuser (Basel-Boston-Berlin) ISBN 3-7643-6051-8, DM 68,- (ca. A4-Format). Die Evolution der Menschen ist ein Forschungsfeld mit vielen überkommenen Mißverständnissen und teilweise emotional belasteten Diskussionen. IAN TATTERSALL, Anthropologe am American Museum of Natural History (NYC), bringt hier eine Synthese des aktuellen Wissensstandes. Für die deutsche Ausgabe kooperiert er dabei mit dem Neanderthal-Museum in Mettmann: Der Übersetzer ist dort beschäftigt, als Anhang werden örtliche Neufunde vorgestellt, und der Museumsleiter hat ein Nachwort verfaßt. Das Buch ist in vier große Kapitel gegliedert. Zunächst wird der Leser auf 27 Seiten eingeführt in paläoanthropologische Kriterien, in die Geschichte der Evolutionsforschung und die wesentlichen Paradigmen der Synthetischen Theorie; auch Fossilisation und Datierungsmöglichkeiten werden geschildert. Das folgende Kapitel (35 S.) stellt die Entwicklung der Hominiden bis zum Neandertaler mit aller notwendigen Vorsicht dar; konkurrierende Hypothesen werden erläutert. Die ursprünglichen Australopithecinen werden allerdings sehr knapp abgehandelt. Den Neandertalern ist das zentrale Kapitel gewidmet: Auf 99 Seiten werden alle Aspekte ihrer Biologie und Kultur geschildert. Die Deutungen von Lebensweise und Kulthandlungen basieren anschaulich auf den Fundobjekten, und die Beziehungen zu anderen Hominiden und zur eiszeitlichen Umwelt werden fundiert und kritisch diskutiert. Im letzten Kapitel (30 S.) steht Homo sapiens im Mittelpunkt: Zeugnisse seiner Kunst und Kultur werden herangezogen, um mögliche Mechanismen der Verdrängung des Neandertalers zu beleuchten. Der Text ist flüssig und gut verständlich, über weite Strecken spannend, geschrieben; lediglich das Nachwort fällt durch zu wissenschaftliche Wortwahl unangenehm aus dem Rahmen. Das Buch ist gediegen ausgestattet und zeichnet sich durch exzellente Fotos aus, besonders von den Dermoplastiken im Museum des Autors. Auch wenn eine stärkere Betonung der geographisch differenzierten Evolutionsabläufe und ein tiefer gegliedertes Inhaltsverzeichnis wünschenswert gewesen wäre, so ist der Band doch außerordentlich empfehlenswert und eine Pflichtanschaffung für jede geowissenschaftliche Bibliothek. Die hervorragende Qualität von Text und Ausstattung rechtfertigt den Preis, weshalb der Kauf auch für den interssierten Privatier anzuraten ist. M. BERTLING, Münster WEIGELT, J. (1999): Rezente Wirbeltierleichen und ihre paläontologische Bedeutung. - Mit einem Vorwort von FRIEDEMANN SCHRENK, erstmals ergänzt durch den 1930 erschienen Nachtrag "Vom Sterben der Wirbeltiere" sowie den Artikel "Über Biostratinomie" von 1927. - 288 S., 28 Abb., 39 Taf., Bad Vilbel (Verlag Dieter W. Berger), ISBN 3-926854-05-7, fest gebunden, DM 48,- . Als interdisziplinäres Fach hat die Taphonomie (Biostratinomie und Fossildiagenese) eine eigentümliche Geschichte. Eigentlich müßte man erwarten, daß die besondere Fruchtbarkeit des taphonomischen Ansatzes von beiden beteiligten Disziplinen (Geologie und Paläontologie) intensiv genutzt wird. Leichen von Organismen sind Probekörper, an denen gesetzmäßige Zerfalls-, Sedimentations- und Diageneseprozesse ihre Spuren hinterlassen. Paläontologen können auf diese Weise alle "Verfälschungsprozesse", die zwischen den lebenden Organismus und dem Fossil liegen, "zurückrechnen" und so den Erhaltungszustand des Fossils erklären und Informationen über den lebenden Organismus gewinnen. Geologen können durch das Fossil Informationen über Sedimentations- und Diagenese-Prozesse erhalten. Dennoch hat die Taphonomie bis vor kurzen nur eine Nebenrolle gespielt! Bereits 1904 hat JOHANNES WALTHER in einem Buch über die Solnhofer Fossilien deren Erhaltungszustand durch taphonomische Prozesse erklärt. Das Buch von DEEKE über Fossildiagenese stammt aus dem Jahr 1925. Nach dem Krieg spielte das Buch "Aktuopaläontologie nach Studien in der Nordsee" (1962) des Senckenberg-Direktors WILHELM SCHÄFER eine herausragende Rolle. Im angloamerikanischen Raum beschäftigte man sich erst in den 70er und 80er Jahren mit der Taphonomie terrestrischer Säugetiere. In dieser Zeit führte der SFB 53 in Tübingen (Sprecher A. SEILACHER) Projekte zur Taphonomie durch. Die taphonomischen Kapitel des Allgemeinen Teiles des 7-bändigen Lehrbuchs der Paläozoologie von A. H. MÜLLER boten über mehrere Jahrzehnt international die einzige Einführung für Studenten. Erst 1999 erschien ein umfangreiches Lehrbuch ("Taphonomy. A Process Approach" von R. E. MARTIN, Cambridge University Press), das allerding keine deutschsprachige Literatur berücksichtigt! In diesem Zusammenhang ist JOHANNES WEIGELTs Buch zu sehen (WEIGELT, 1890-1948, war Professor in Halle/Salle). 1927, bei seinem ersten Erscheinen, war es die erste monographische Darstellung eines biostratinomischen Komplexes (Zerfall und Einbettung von Wirbeltierleichen im terrestrischen, limnischen Strand-Bereich). 1989 erschein die amerikanische Übersetzung bei Chicago University Press und wurde damit Teil des angloamerikanischen Projektes zur Taphonomie terrestrischer Säugestiere und Hominiden. Wenn jetzt ein Nachdruck in Deutsch erscheint, dann sicher nicht nur, um ein schon fast legendäres Buch allgemein verfügbar zu machen. Vielmehr hat sich die Taphonomie jetzt endgültig als fruchtbares Gebiet zwischen Geologie und Paläontologie etabliert. WEIGELT führte seine aktuopaläontologischen Beobachtungen zwischen 1924 und 1926 als Leiter eines seismischen Meßtrupps im Süden der USA durch (einem Gebiet, das über Jahrzehnte ein Zentrum der Erdölförderung war). WEIGELT sah ganz klar die Bedeutung seiner Beobachtungen für Geologie und Paläontologie. Er gliederte seine Beobachtungen und entsprechend auch die Kapitel des Buches in (1) Leichenzerfall, (2) Todesarten, (3) Einbettungslagen, (4) Das Leichenfeld vom Smithers Lake und (5) Leichenfelder in geologischer Vergangenheit. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wandte WEIGELT seine aktuopaläontologischen Erkenntnisse bei der Bearbeitung der Braunkohlelagerstätte Geiseltal an. WEIGELTs letzter Artikel über die Qualität des Fossilberichtes aus taphonomischer Sicht erschien 1943 in der ersten Auflage von GERHARD HEBERERs Werk "Die Evolution der Organismen". WEIGELTs Buch ist sehr klar geschrieben, gut illustriert und gegliedert. Es ist auch heute noch eine wichtige Einführung in die Methodik aktuopaläontologischer Beobachtungen. Wissenschaftstheoretiker haben sich vielfach Gedanken über die Frühzeit einer neuen Wissenschaft gemacht, also der Zeit, wo aus unsystematischen Beobachtungen eine systematisch und planvoll arbeitende Wissenschaft wird. WEIGELTs Buch vermittelt genau die Atmosphäre eines solchen Umbruches. Er wundert sich, warum andere nicht vor ihm dieselben Beobachtungen gemacht haben und er vermittelt sein Erstaunen und seine Begeisterung darüber, daß der taphonomische Ansatz, einmal systematisch betrieben, sich als überaus fruchtbar erweist. Die beigegebenen Artikel "Ueber Biostratinomie" (1972) und "Vom Sterben der Wirbeltiere" (1930) ergänzen das Werk. Zum Schluß noch ein Wort zur editorischen Seite. Es ist sehr verdienstvoll, daß der Verlag DIETER W. BERGER WEIGELTs Buch mit den beiden ergänzenden Artikeln herausgegeben hat. Die Wiedergabe von Text, Zeichnungen und Fotografien ist sehr gut. Leider sind weder das Erscheinungsjahr der ersten Auflage noch die Erscheinungsorte der ergänzenden Artikel angegeben. Auch hätte man gerne mehr über Leben und Werk von JOHANNES WEIGELT erfahren. Der Preis hält sich in einem vernünftigen Rahmen. Das Buch erscheint innerhalb einer Reprintreihe geologischer Klassiker des BERGER-Verlages. W.-E. REIF, Tübingen WISSING, F.-N. & HERRIG, E., unter Mitarbeit von M. REICH (1999): Arbeitstechniken der Mikropaläontologie - Eine Einführung. - 191 S., 16 Abb., 6 Tab.; Stuttgart (Ferdinand Enke Verlag), ISBN 3-432-29641-X, DM 62,-. Das Gebiet der paläontologischen Techniken hat zusammenfassende und stets sehr anregende Darstellungen in einigen älteren deutsch- und fremdsprachigen Lehr- und Handbüchern erfahren. Universitäre Lehrveranstaltungen über dieses Thema erfreuen sich großen Zulaufes, nicht nur seitens der geowissenschaftlichen Disziplinen, sondern z. B. auch seitens der Vor- und Frühgeschichte, der Archäologie und der Biologie. Und besonders bei diesem, spezielle Aspekte einzelner Fossilgruppen überschreitenden Themengebiet holen sich regelmäßig auch Wissenschaftler und Hobbysammler Anregung und Rat für eigene Arbeiten. An dieses sehr breite Publikum richtet sich eine neue deutschsprachige Zusammenstellung unterschiedlichster Techniken auf dem Gebiet der Mikropaläontologie, zusammengetragen von einem kleinen, sich persönlich wie fachlich gut ergänzenden Autorenteam, das spürbar mit Phantasie, Breite und Ingenieur-Erfindungsgeist ältere, klassische Labor-Rezepte mit Erfolg anwendet und dazu neue erdacht und andere wesentlich verfeinert hat. Nach einer kurzen, die Bedeutung der Mikropaläontologie behandelnden Einleitung folgen die "technischen" Kapitel, beginnend bei der Probennahme im Gelände und endend bei der Dokumentation der Funde und der Vorbereitung zur Publikation. Naturgemäß nehmen die Aufbereitungsmethoden der Proben im Labor den größten Raum ein, wobei chemische und mechanische Präparationsverfahren ebenso behandelt werden wie Schliffherstellung und ausgewählte Methoden der Sedimentpetrographie. Sehr günstig ist, daß spezielle Aufbereitungsverfahren für bestimmte Mikrofossilgruppen (Coccolithen, Diatomeen, Dinoflagellaten, Radiolarien, Conodonten und das große Gebiet der Palynologie) in einem gesonderten Kapitel ausführlich und unter Berücksichtigung spezieller Techniken und Materialien behandelt werden. Nach dem laborativen Bereich finden sich noch Hinweise zur photographischen und zeichnerischen Dokumentation sowie Tips zur Anlage einer Sammlung. Das Buch wird abgeschlossen durch ein (wichtiges!) Kapitel mit Sicherheits- und Entsorgungshinweisen, ein erfreulich umfangreiches Literaturverzeichnis und einen Nachweis der Bezugsquellen. Den Autoren ist eine glückliche und sehr anregende Kombination von Literaturdaten mit der eigenen großen praktischen Erfahrung gelungen, der Text ist in praktischer Hinsicht ungemein informationsträchtig. Daß bei dem relativ geringen Umfang dieser Einführung vieles nicht in allen möglichen Varianten und manches überhaupt nicht berücksichtigt werden konnte, liegt in der Natur der Sache. Die Stärke und die Chancen des Buches liegen eben in der Übersichtlichkeit und in der Möglichkeit des "Querlesens", die viel Technisches von benachbarten Spezialgebieten auf die "eigene" Fossilgruppe übertragbar macht. Für Wissenschaftler, Studierende (die gerade bei der Bearbeitung ihrer Diplomarbeits-Themen und - Gebiete mancherlei praktische Hinweise benötigen) und Hobbysammler bietet das Buch die Möglichkeit rascher und dabei fundierter und anregender Orientierung und Information. Viele der Verfahren sind so oder nach geringfügiger Abänderung auch in anderen Gebieten der Paläontologie brauchbar. Einzig zu bemängeln bleibt der angesichts der spärlichen Bebilderung relativ hohe Preis, der einer zweifellos wünschenswerten, weiten Verbreitung entgegenstehen könnte. A. BRAUN, Bonn Tagungskalender 2000 4.-9. Juni 2000 - Leiden, Niederlande International Symposium on the Biogeography of SE Asia Auskunft: Rienk DE JONG, Nationaal Natuurhistorisch Museum, Department of Entomology, P.O. Box 9517, NL-2300 RA Leiden, Niederland, Fax: +31-71513-3344, E-mail: jong@nm.nl 24.-30. Juni 2000 - Nanjing, China 2000, New Century for Palynology / 10th International Palynological Congress Auskunft: Secretary of the Organizing Committee for 10th International Palynological Conference, Nanjing Institute of Geology and Palaeontology, Academia Sinica, 39 East Beijing Road, Nanjing, 210008, China, http://members.spree.com/sip/spore/index.htm 9.-12. Juli 2000 - Wien, Österreich Mass Extinctions Auskunft: C. KOEBERT, Institute of Geochemistry, University of Vienna, Althanstrasse 14, A-1090 Vienna, Austria, Tel.: +43-1-31336-1714, Fax: +43-1-31336-781, E-mail: christian.koeberl@univie.ac.at 10.-14. Juli 2000 - London, Großbritannien The Millennium Brachiopod Congress Auskunft: Mrs. S. LONG, Dept. of Palaeontology, The Natural History Museum, Cromwell Road, London, SW7 5BD, United Kingdom, Tel.: 44 (0) 171-938 9448, Fax: 44 (0) 171-938 9277, E-mail: sll@nhm.ac.uk 30. Juli - 3. August 2000 - Qinhuangdao City, China Sixth Quadrennial Conference of the International Organisation of Palaeobotany Auskunft: Prof. LUJUN LIU, Secretary-General of IOPC-VI Organizing Committee, Nanjing Institute of Geology and Palaeontology, Academia Sinica, 39 East Beijing Road, Nanjing 210008, China, Tel.: +86-25-6637-208, Fax: +86-25-3357-026, E-mail: paleo-bot@publicl.ptt.js.cn , http://www.geocities.com/CollegePark-/Gym/7213/contents.htm 3.-5. August 2000 - New York, USA Conference on the History of Geologic Pioneers Auskunft: Dr. G. M. FRIEDMAN, Rensselaer Center of Applied Geology (c/o Brooklyn College of the City University of New York, Brooklyn, New York 11210), P.O. Box 746, Troy, NY 12181-0746, E-mail: gmfriedman@juno.com , http://www2.netcom.com/~gmfstf/ 6.-8. August 2000 - Rio de Janeiro, Brasilien XXXI International Geology Congress - Geology and Sustainable Development - Challenges for the Third Millenium Auskunft: Preparatory Committe XXXI International Geology Congress, CPRM Geology Survey of Brazil, Av. Pasteur, 404-Urca, Cep: 22290-204 - Rio de Janeiro - RJ - Brazil, Tel.: 0055-21-2955337, Fax: 0055-21-5423647, E-mail: 31igc@cristal.cprm.gov 6.-11. August 2000 - Québec, Canada Sustaining Our Peatlands - 11th International Peat Congress of the International Peat Society Auskunft: The Québec 2000 Congress Secretariat, 2875, boulevard Laurier, bureau 620, Sainte-Foy (Québec), GIV 2M2, Tel.: +1-418-657-3853, Fax: +1-418-657-7934, E-mail: elisabeth.macka@cqvb.gouv.qc.ca , http:// www.peatmoss.com 27.-31. August 2000 - Winnipeg, Canada 2nd International Conference "Application of Microorganisms to Environmental Problems" Auskunft: Dr. I. MOTNENKO, Scientific Secretary Avalon Institute of Applied Science P.O. Box 60013, 110-2025 Corydon, Winnipe MB R3P 2G9, Canada, Tel.: +1 (204)-489-4569, Fax: +1 (204)-489-5782, E-mail: irmot@ilos.net 3.-8. September 2000 - Ribeirao Preto, Brasilien 1st International Meeting on Palaeoarthropodaology Auskunft: Prof. Dr. R. GIOIA MARTINS-NETO, E-mail: mtnsneto@ffclrp.usp.br 11.-15. September 2000 - Bremen 8th International Nannoplankton Association Conference Auskunft: Prof. H. WILLEMS, FB 5 - Geowissenschaften, Universität Bremen, Postfach 330 440, 28334 Bremen, Tel.: +49-421-2182198, Fax: +49-421-2184451, E-mail: willems@micropal.uni-bremen.de ; http://www.uni-bremen.de/~micropal/ina8.html 13.-15. September 2000 - Dublin, Irland IAS - International Association of Sedimentologists - Regional Meeting Auskunft: IAS 2000, Prof. P. Shannon, Department of Geology, University College Dublin, Belfield, Dublin 4, Irland, Fax: 353-6171199, E-mail: p.shannon@ucd.ue, http://www.tcd.ie/Geology/ias2000.htm 25.-30. September 2000 - Coburg 70. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft Auskunft: Dr. E. Mönning, Naturkunde-Museum Coburg, Park 6, 96450 Coburg, Tel.: 09561-8081-0, Fax: 09561-8081-40 29. September - 4. Oktober 2000 - Heidelberg 152. Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft Auskunft: Geschäftsstelle der DGG, c/o BGR, Postfach 510153, 30631 Hannover 13.-17. Oktober 2000 - Nanjing, China 7th International Symposium on Fossil Algae Auskunft: XI-NAN MU, Nanjing Institute of Geology and Palaeontology, Academia Sinica, 39 East Beijing Road, Nanjing 210008, China, Fax: +86-25-335-7026, E-mail: algae@pub.nj.jsinfo.net 2001 2.- 6. April 2001 - Oxford, Großbritannien 3th International Conference on Trilobites and their relatives Auskunft: D. SIVETER, University Museum, Parks Road Oxford, OX1 3PW, England 21.-26. Juli 2001 - Jena 6th International Congress of Vertebrate Morphology, Universität Jena Auskunft: E-mail: icvm-6@pan.zoo.uni-jena.de , http://www.zoo.uni-jena.de/icvm-6.htm 1.-4. August 2001 - Shizuoka, Japan 14th International Symposium on Ostracoda Auskunft: N. IKEYA & A. TSUKAGOSHI, Geological Institute, Shizuoka University, Oya 836, Shizuoka 422-8529 Japan, Tel.: +54-238-4800, Fax: +54-238-0429, E-mail: satukag@ipc.shizuoka.ac.jp September 2001 - Banyuls-sur-mer, Frankreich 6th European Conference on Echinoderms Auskunft: J.-P. FÉRAL, Observatoire Océanologique, Banyuls-sur-mer; E-mail: feral@obs-banyuls.fr Hinweis der Redaktion Auslieferung von "Paläontologie aktuell" Das Heft 40 von "Paläontologie aktuell" war nach Redaktionsschluß vom 15. Oktober 1999 planmäßig am 1. November fertiggestellt, als uns signalisiert wurde, daß sich der Versand der Zeitschrift (und damit gekoppelt von "Paläontologie aktuell") verzögern würde. Daß sich diese Verzögerung auf mehr als drei Monate ausdehnen würde, konnten wir nicht ahnen. Die "Beilage zur Paläontologischen Zeitschrift" lagerte leider bis zur zweiten Februarhälfte beim Verlag Schweizerbart, der dann nach Fertigstellung der Zeitschrift den Versand vornimmt. Wir bedauern die Verzögerung sehr. S. RADAU & F. STRAUCH, Münster Impressum Schriftleitung "Paläontologie aktuell": Prof. Dr. F. STRAUCH Geologisch-Paläontologisches Institut und Museum Corrensstraße 24 D-48149 Münster Tel.: 0251/83-33951, Fax: 0251/83-33968, E-mail:straucf@uni-muenster.de Layout: Dipl. Geol. SUSANNE RADAU Tel.: 0251/83-33973, E-mail: radaus@uni-muenster.de Redaktionsschluß für "Paläontologie aktuell" Heft 42 ist der 15. Oktober 2000 (Deadline) Bitte die Manuskripte * auf einer 3,5"-Diskette (IBM-kompatibel), Text in Word97 oder konvertierbar, dann benutztes Textverarbeitungssystem angeben, * per E-mail (radaus@uni-muenster.de) oder * als Textvorlage einschicken. Vielen Dank! Die Autoren sind für die Inhalte ihrer Beiträge selbst verantwortlich, sie stellen jedoch nicht immer die Meinung der Redaktion dar!