Paläontologie in der Schule und für die Weiterbildung

Paläontologie in Schlagworten


Paläontologie – was ist das eigentlich?

In Paläontologie stecken die griechischen Worte palaios = alt, ontos = Sein, Leben, logos = Lehre. Die wörtliche Übersetzung von Paläontologie ist also "Lehre vom alten Leben". Die "Erforschung des alten Lebens", wie z.B. die Erforschung der Dinosaurier oder der Mammuts, ist auch heute noch eine wichtige Aufgabe der Paläontologie. Doch umfasst das Spektrum der modernen Paläontologie noch viel mehr! Die folgenden Texte geben darüber Auskunft.


Was beinhaltet die Forschungsrichtung Paläontologie?

Paläontologie erforscht die Entwicklung des Lebens (Evolution) auf der Erde vor Millionen und Milliarden von Jahren. Dabei erforschen Paläontologen auch, wie die Evolution des Lebens die Entwicklung der Atmosphäre und des Klimas auf unserer Erde beeinflusst und gesteuert hat.

Paläontologie beschäftigt sich mit allen Lebensformen: Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Diese Lebensformen werden anhand von im Gestein erhaltenen Resten erforscht, den Fossilien. Paläontologen untersuchen die Entwicklung der Arten in der Zeit (Evolution und Aussterben) und im Raum (Paläobiogeographie). Weiterhin erforschen Paläontologen die Eigenschaften und Strukturen der damaligen Paläo-Ökosysteme (Paläoökologie). Darüber hinaus untersuchen Paläontologen moderne Lebensformen, Ökosysteme und natürliche Prozesse (Aktuopaläontologie), meistens in Forschungsprojekten gemeinsam mit Biologen, Geologen, Mineralogen, Chemikern, Physikern und Ingenieuren.

Schließlich können Paläontologen aufgrund von Fossilien das relative Alter von Gesteinen bestimmen (Biostratigraphie).


Wofür brauchen wir paläontologische Forschung?

Die folgenden drei (ausgewählten) Beispiele verdeutlichen die große Bedeutung paläontologischer Forschung für unsere Gesellschaft.

Die Ergebnisse paläontologischer Forschungsarbeit sind außerdem eine unverzichtbare Grundlage aller naturhistorischer Museums-Ausstellungen.

Paläo-Ökosystem-Forschung

Paläontologen erforschen die Zusammensetzung von Paläo-Ökosystemen und interessieren sich insbesondere dafür, wie Paläo-Ökosysteme auf natürliche Umweltveränderungen oder Katastrophen reagiert haben, z.B. nach Klimaänderungen (Erwärmung, Abkühlung), Überschwemmungen, Dürreperioden, Meteoriteneinschlägen. Paläontologen können erkennen, wie Ökosysteme in der Vergangenheit und ohne menschliche Beeinflussung existiert und reagiert haben. Deshalb können Paläontologen sehr gut beurteilen, welche unserer heutigen Ökosysteme vom Mensch negativ beeinflusst werden. Paläontologische Forschung ist deshalb ein Schlüssel für das Verständnis und den Schutz unserer heutigen Lebensformen und Ökosysteme.


Rohstoff-Exploration

Rohstoff-Exploration ist die Suche nach Rohstoffen, wie z.B. Erze, Erdöl und Erdgas, mit dem Ziel, diese mit wirtschaftlichem Gewinn abzubauen bzw. zu fördern. Paläontologen tragen wesentlich zur effizienten Suche nach Rohstoffen bei, weil sie aufgrund der Fossilien wissen, wo und in welchen Gesteinen es sich lohnt, nach Rohstoffen zu suchen. Paläontologen werden auch gebraucht, um in Bohrungen gleich aussehende Gesteinspakete zu unterscheiden, nämlich mit Hilfe kleinster Fossilien (Mikrofossilien). Paläontologische Forschungsergebnisse können der Rohstoffindustrie Millionen für vergebliche Bohrungen ersparen!


Geologische Karten

Geologische Karten sind Topographische Karten, meistens im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000, auf denen die Verbreitung und das Alter der Gesteine mit verschiedenen Farben dargestellt werden. Geologen und Paläontologen an den Geologischen Landesämtern erstellen gemeinsam die Geologischen Karten. Der Wert der Geologischen Karten für die effiziente und Kosten sparende Planung und Durchführung vieler Vorhaben von Ländern, Kommunen und der Wirtschaft ist enorm!


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 © Paläontologische Gesellschaft, letzte Änderung 19.01.2003 durch R. Leinfelder