Paläontologie studieren - Infos zum StudiumLiteraturempfehlungen zur "Allgemeinen Paläontologie"zusammengestellt von Prof. Dr. Harald Immel, MünchenIm folgenden werden - in einer sehr individuellen und begrenzten Auswahl einige Bücher und Zeitschriften genannt, die Themen der Allgemeinen Paläontologie beinhalten. Diese subjektive Auswahl erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, auch entspricht die Reihenfolge keiner Wertung, sondern nur einer einfachen Anordnung. I.) BücherEs gibt kein einzelnes modernes Lehrbuch, das alle Aspekte abdeckt, die in einer Vorlesung angesprochen werden. Umgekehrt umfaßt der Stoff, der in den empfohlenen Büchern vorgestellt wird, natürlich ein Vielfaches dessen, was in einer Vorlesung gebracht werden kann. Daraus folgt zwanglos, daß sich jeder Hörer und jede Hörerin verpflichtet fühlen sollte, das eine oder andere Buch zumindest anzulesen bzw. es bei offenen Fragen zu Rate zu ziehen. A) Bücher zur Paläontologie (schwerpunktmäßig) BRIGGS, D.E.G. & CROWTHER, P.R. (Eds.) (1992): Palaeobiology: A Synthesis. - XIII+583 S., 293 Abb., 16 Tab., Oxford (2. Auflage). Eine umfangreiche Sammlung von Artikeln, die zusammen das Gesamtgebiet der Paläontologie weitgehend abdeckt. 124 Arbeiten (von 111 Autoren verfaßt) verteilen sich auf 6 übergeordnete Kapitel: SINGER, R. (Ed.) (1999): Encyclopedia of Paleontology. XXXII+1435 S., 782 Abb., 38 Tab.,Chicago/London. Zweibändige, lexikalisch aufgemachte Aufsatzsammlung, in der 206 Auoren zu einer Fülle von Stichworten Übersichten (in alphabetischer Reihenfolge) geben. Diese umfassen ebenso Themen der Allgemeinen Paläontologie wie auch solche zu zahlreichen Systematischen Gruppen und zur Geschichte der Paläontologie (meist Wissenschaftlerporträts). Die einzelnen Abhandlungen sind von äußerst verschiedener Qualität und reichen von mehr oder weniger banalen Äußerungen bis hin zu geschliffenen Essays. Sehr wertvoll sind v.a. die zahlreichen modernen Literaturverweise. BENTON, M. & HARPER, D. (1997): Basic Palaeontology. XV+342 S., 286 Abb., 5 Tab., 73 Boxen, Harlow. Das Vorwort umreißt bereits im ersten Satz das Thema des Buches: "The history of life is documented by fossils". Die folgenden 13 Kapitel belegen diese Aussage sehr instruktiv, wobei jedem Kapitel auf einer eigenen Seite die wichtigsten Punkte schlagwortartig vorangestellt sind. Zunächst werden allgemeine Themen (Paläontologie als Wisenschaft, Fossilien in Zeit und Raum sowie Makroevolution) abgehandelt (Kap. 1-3). Dann ausgehend von der Entstehung des Lebens (Kap. 4) wird zunächst die Entwicklung und Paläobiologie der Tiere geschildert (Kap. 5 9). Daran schließen sich Kapitel über Fossile Pflanzen (Kap. 10), Mikrofossilien (Kap. 11) und Spurenfossilen an (Kap. 12). Den Abschluß (Kap. 13) bildet eine Betrachtung wichtiger Phasen der Diversifikation und des Aussterbens der Organismen ("Major events").
PROTHERO, D.R. (1998): Bringing Fossils to Life. An Introduction to Paleobiology. XII+457 S., 335 Abb., 3 Tab., Boston. Dieses in einfachem und klarem Englisch geschriebene Buch faßt den Stoff in 2 Teilen ("Parts") zusammen:
STEARN, C.W. & CARROLL, R.L. (1989): Paleontology: The Record of Life. - X+453 S., 438 Abb., 7 Tab., New York. Einfach und klar geschriebenes Buch - konzipiert als "a first course in paleontology bzw. "an elementary paleontological course - in 3 Teilen. BRENCHLEY, P.J. & HARPER, D.A.T. (1998): Palaeoecology: Ecosystems, environments and evo-lution. - XXV+402 S., 226 Abb., 11 Tab., 39 Boxen, London. Eines der umfassendsten der hier genannten Lehrbücher. Behandelt in 10 Kapiteln in knapper, gut verständlicher Form - unter dem hauptsächlichen Aspekt der Ökologie - zahlreiche Themen der Allgemeinen Paläontologie. Dazu gehören: Taphonomie (Kap. 3), Adaptive Morphologie (Kap. 4), Ökologische Parameter (Kap.2) und Fossilien als Umweltindikatoren (Kap. 6), Populationen und Vergesellschaftungen (Kap.7), Paläobiogeographie (Kap. 8), sowie marine (Kap. 9) und terrestrische (Kap. 10) Ökosysteme. Daneben wird eine Übersicht über die Biologie gegeben (Kap. 1) und die Spurenfossilien werden in einem eigenen Kapitel hervorgehoben (Kap. 5).
ETTER, W. (1994): Palökologie. Eine methodische Einführung. - VI+294 S., 207 Abb., 10 Tab.,Basel. Das einzige primär in deutscher Sprache geschriebene Buch, das hier empfohlen wird. Das Buch entspricht in seiner Intention und Anlage etwa dem zuvor genannten Werk von BRENCHLEY & HARPER. Zwar erreicht es nicht dessen Dichte und Tiefe, stellt aber zweifellos eine gute Ergänzung bzw. eine sehr brauchbare Einführung dar. Der Stoff ist in 9 Kapitel gegliedert: Einleitung (Kap. 1), Prinzip des Aktualismus (Kap. 2), Funktionelle Morphologie (Kap. 3), Biomineralisation (Kap. 4), Ichnologie (Kap. 5), Taphonomie (Kap. 6), Populationsdynamik (Kap. 7), Community-Palökologie (Kap. 8) und Räumliche und zeitliche Muster (Kap. 9).
SKELTON, P.(Ed.) (1993): Evolution. A Biological and Palaeontological Approach. - X+1064 S., 400 Abb., 64 Tab., 8 Taf., Wokingham. Die umfangreichste moderne Darstellung des beherrschenden Biologie-Themas, der Evolution. Hervorgegangen aus einem Kurs der "Open University und herausgegeben von einem Paläontologen (Spezialgebiet: Rudisten) behandelt das Buch in klarer und gut verständlicher Form umfassend die Probleme der Evolution, sowohl aus biologischer als auch paläontologischer Sicht. Die 17 Kapitel sind in 4 Teilen ("Parts) zusammengefaßt: Microevolution (Pt. I, Kap. 1- 8), Evolution of species (Pt. II, Kap. 9 -10), Macroevolution (Pt. III, Kap. 11 - 15) und Case studies (Pt. IV, Kap. 16 -17). Paläontologisch relevante Themen sind in allen Teilen und einer Vielzahl von Kapiteln angesprochen. Besonderheiten dieses Buches sind: daß zu Beginn jeden Kapitels klar und in wenigen Sätzen zusammengefaßt wird, was die Quintessenz dieses Abschnittes sein soll ("When you have finished reading this Chapter, you should be able to do the following: ...), daß zahlreiche Sachverhalte in Frage und Antwort abgehandelt werden, und daß die Ergebnisse vieler Abschnitte in einem "summary nochmals zusammengefaßt sind. Dadurch eignet sich das Buch vorzüglich zum Selbststudium. Versuchen Sie es!
BROMLEY, R.G. (1999): Spurenfossilien. Biologie, Taphonomie und Anwendungen. XVI+374 S., 188 Abb., 1 Tab., Berlin (Übersetzung der 2. Auflage von 1996). Das 1990 erstmals erschienene Buch gibt einen umfassenden Überblick über die nach den Körperfossilien zweite große Fossilgruppe, die Spurenfossilien, deren Bedeutung für paläontologische aber auch sedimentologische bzw. fazielle Fragestellungen in den letzen Jahren immer stärker erkannt wurde. Das Buch umfaßt zwei Teile: Neichnologie (Teil 1) und Palichnologie (Teil 2) und ist in insgesamt 12 Kapitel gegliedert. Die Themen erstrecken sich dabei von den "Beziehungen zwischen Tier und Sediment (Kap. 1) bis zu "Problemlösungen mit Hilfe von Spurenfossilien (Kap. 12).
HALLAM, A. & WIGNALL, P.B. (2000): Mass Extinctions and their Aftermath. VIII+320 S., 95 Abb., 5 Tab., Oxford (2. Auflage) Das spezielle Thema dieses 1997 erstmals erschienenen Buches sind die Krisen (Massensterben) der Organismen, die mehrfach in der Erdgeschichte stattgefunden haben. Neben der detaillierten Darstellung dieser Ereignisse geht es in erster Linie um die ursächlichen Gründe, die ausführlich und modern diskutiert werden.
THENIUS, E. (2000): Lebende Fossilien: Oldtimer der Tier- und Pflanzenwelt; Zeugen der Vergangenheit. 228 S., 102 Abb., München. Das Buch befaßt sich mit rezenten Lebewesen, die sich u.a. dadurch auszeichnen, daß sie mit nur einer oder wenigen Arten isoliert im System stehen und sich altertümliche morphologische Merkmale bewahrt haben. Sie können deshalb als "Lebende Fossilien" bezeichnet werden. Nach einer sorgfältigen Diskussion des Begriffes werden in 14 der insgesamt 20 Kapitel solche Organismen in systematischer Reihenfolge vorgestellt und gegenüber anderen ursprünglichen Formen, die aber keine Lebenden Fossilien darstellen, abgegrenzt. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig im Tierreich (Kap. 4-16). Ein abschließendes Kapitel (Kap. 17) geht noch auf die Begriffe Aussterben, Überlebensstrategien und Rückzugsgebiete ein.
SCHOPF, J.W. (1999): Cradle of Life. The Discovery of Earths Earliest Fossils. - XV+367 S.,141 Abb., 1 Tab., 1 Box, 8 Taf., Princeton. Ein sehr "amerikanisches Buch: ein Mix in 12 Kapiteln aus stark persönlich gefärbter Wissenschaftsgeschichte und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gibt aber einen vorzüglichen Überblick über die biologische Evolution im Präkambrium (immerhin ca. 6/7 der überlieferten Erdgeschichte!), von der Entstehung des Lebens (Chapter 4: How did Life begin?) über die Stromatolithen (Chapter 7: Stromatolites: Earths first High-Rise Condos) und den an ihrem Aufbau stark beteiligten Cyanobakterien (Chapter 8: Cyanobacteria: Earths oldest "Living Fossils) bis zur Entstehung und Ausbildung der Eukaryotischen Zellen (Chapter 9: Cells like ours arise at last).
WOOD, R (1999): Reef Evolution. - XI+414 S., 140 Abb., 14 Tab., 16 Boxen, 1Append., Oxford. Das flüssig geschriebene und vorzüglich illustrierte Buch befaßt sich mit dem im marinen Bereich artenreichsten und spektakulärsten Lebensraum der Erde, dem Riff. Alle wesentlichen Aspekte der Riffbildung und -ökologie werden angesprochen. Darüber hinaus wird ein umfassender Überblick über die lange und facettenreiche Geschichte dieses Ökosystems gegeben. Das Buch umfaßt 3 Teile ("Parts) mit insgesamt 8 Kapiteln. I.: Introduction to reefs both ancient and modern (Kap. 1-3), II.: Environmental controls (Kap. 4-5), III: Evolutionary Innovation (Kap. 6-8).
HENKE, W. & ROTHE, H. (1999): Stammesgeschichte des Menschen. X+347 S., 76 Abb., 18 Tab., 17 Boxen, Berlin. Das Buch gibt in ungewöhnlich gedrängter Form einen sehr modernen und detaillierten Überblick über die Evolution der Hominiden. Nach einer lockeren Einführung (Kap. 1) werden zunächst allgemeine Themen der phylogenetischen Analyse, der Primatologie und der Auswertung von Fossilien besprochen (Kap. 2-5), wobei sich gelegentlich eine gewisse dogmatische Haltung der Autoren bemerkbar macht. Dann wird die Entwicklung der Homininiden vom Pliozän bis zum jüngeren Pleistozän vorgestellt (Kap. 6-9). In den zahlreichen Boxen geht es auch hier oft um Themen allgemeinerer Natur (Bipedie, Steinwerkzeuge ect.). Im abschließenden 10. Kapitel wird die bis heute ungelöste Kontroverse über den Ursprung des modernen Homo sapiens diskutiert.
B) Bücher zur Biologie (mit wesentlichen paläontologisch relevanten Aspekten): CAMPBELL, N.A. (1997): Biologie. - XXXV+1440 S., 1016 Abb., 41 Tab., 25 Kästen, 8 Interviews, 4 Anhänge, Heidelberg (Übersetzung der 4. Auflage von 1996). Die Übersetzung des in den USA erfolgreichsten Biologie-Lehrbuches ist auch in Deutschland das mit Abstand Beste zum Thema, was derzeit erhältlich ist. In 50 Kapiteln werden alle relevanten Themen in didaktisch vorbildlicher Form abgehandelt. Nach einer Einführung (Kap. 1) sind die folgenden Kapitel in 8 übergeordneten "Teilen angeordnet. I. Die Chemie des Lebens (Kap. 2-6), II. Die Zelle (Kap. 7-11), III. Die Gene (Kap. 12 - 19), IV. Die Mechanismen der Evolution (Kap. 20 - 23), V. Die Stammesgeschichte der biologischen Diversität (Kap. 24 - 30), VI. Form und Funktion der Pflanzen (Kap. 31 - 35), VII. Form und Funktion der Tiere (Kap. 36 - 45) und VIII. Ökologie und Verhalten (Kap. 46 - 50). Speziell in den Teilen IV - VII sind zahlreiche für Paläontologen wichtige Themen angesprochen. Sie sollten dieses Buch unbedingt zur Hand nehmen! FUTUYAMA, D.J. (1990): Evolutionsbiologie. - XVII+679 S., 279 Abb., 32 Tab., 15 Kästen, Basel (Übersetzung der 2. Auflage von 1986). Das 1979 erstmals erschienene Buch ist eine - inzwischen natürlich, trotz überarbeiteter Neuauflage, in manchen Punkten veraltete - große Übersicht über das zentrale Thema der Biologie: die Evolution. Der Stoff ist in 17 Kapitel gegliedert. Für Paläontologen von besonderer Bedeutung düften die folgenden sein: Die "Erforschung der historischen Evolution (Kap. 10), "Fossile Überlieferungen (Kap. 11), die "Geschichte der biologischen Diversität (Kap. 12) und Das "Entstehen evolutionärer Neuheiten (Kap. 14).
LEWIN, R. (1998): Die molekulare Uhr der Evolution: Gene und Stammbäume. - VIII+243 S., 101 Abb., 1 Tab., 10 Exkurse, Heidelberg (Übersetzung der Originalausgabe von 1997). Das Buch behandelt einen der modernsten Zweige der Biologie, indem es - in übersichtlicher Form - der Frage nachgeht: wie kann die Evolution der Organismen aus dem Bau ihrer Gene (DNA-Sequenzen) erschlossen werden? Unabhängig davon, ob tatsächlich eine "Uhr existiert, die nur darauf beruhen könnte, daß sich Mutationen in DNA-Sequenzen mit annähernd gleicher Geschwindigkeit ansammeln, trägt der Sequenzvergleich zweifellos ebensoviel (oder gar mehr?) zur Feststellung der Verwandtschaft und zur Klassifikation der Organismen bei, wie die traditionelle Methode, die in erster Linie auf der Morphologie beruht. Das Buch umfaßt 8 Kapitel. Für Paläontologen von besonderem Interesse sind wohl die folgenden: "Moleküle kontra Morphologie (Kap. 2), "Stammbäume (Kap. 3) und "DNA aus alter Zeit (Kap. 8).
DUVE, C. DE (1995): Aus Staub geboren. Leben als kosmische Zwangsläufigkeit. - 549 S., 7 Abb., 1 Tab., Heidelberg (Übersetzung des Originals , ebenfalls von 1995). Ein populärwissenschaftlich geschriebenes - trotzdem aber sehr anspruchsvolles - Buch über die Chronologie des Lebens, von seinen Anfängen bis hin zu einem Ausblick in die Zukunft. Unter anderem auch die sehr persönliche Quintessenz des Lebens eines Nobelpreisträgers: "Zum größten Teil ist dieses Buch das Produkt meines eigenen Lesens und Nachdenkens. Das Buch ist nach einer ausführlichen Einleitung in 7 Teile gegliedert, die insgesamt 31 Kapitel umfassen. I. Das Zeitalter der Chemie (Kap. 1-4), II. Das Zeitalter der Information (Kap. 5-8), III. Das Zeitalter der Protozelle (Kap. 9-13), IV. Das Zeitalter der Einzeller (Kap. 14-17), V. Das Zeitalter der Vielzeller (Kap. 18-24), VI. Das Zeitalter des Geistes (Kap. 25-29) und VII. Das Zeitalter des Unbekannten (Kap. 30-31). Diesen geistvollen Streifzug durch die Geschichte des Lebens sollten Sie sich nicht entgehen lassen!
WILSON, E.O. (1995): Der Wert der Vielfalt. Die Bedrohung des Artenreichtums und das Überleben des Menschen. - 512 S., 42 Abb., 18 Farbtaf., München (Übersetzung der Originalausgabe von 1992). Ein überwiegend biologisch ausgerichtetes Buch, das eindringlich auf eines der brennensten Probleme auf unserem Planeten hinweist. 15 Kapitel sind unter 3 übergeordneten Themen zusammengefaßt: "Gewalttätige Natur, unverwüstliches Leben (Thema 1, Kap. 1-3), "Die Entfaltung der Biodiversität (Thema 2, Kap. 4-10) und "Der Einfluß des Menschen (Thema 3, Kap. 11-15). Wie leicht ersichtlich, sind speziell im 2. Themenbereich auch viele für Paläontologen interessante Gesichtspunkte angesprochen.
II.) ZeitschriftenWissenschaftliches Arbeiten ist ein dynamischer Prozeß, der keinen Stillstand kennt bzw. kennen sollte. Das bedeutet zwangsläufig, daß Bücher nur in begrenztem Umfang den je-weiligen Stand der Wissenschaft wiedergeben können. Fortschritte und neue Erkenntnisse wer-den in der Regel zuerst in Zeitschriften bekannt gemacht. Jeder Student und jede Studentin sollte sich deshalb verpflichtet fühlen, sich regelmäßig einen Überblick über die neuesten Zeit-schriften zu verschaffen. Bei der Fülle an Zeitschriften ist es noch schwieriger als bei Büchern, eine Auswahl zu treffen. Trotzdem ein paar Empfehlungen: Unter den allgemein naturwissenschaftlichen Zeitschriften am renommiertesten sind die beiden Wochenblätter Nature (London) und Science (Washington), die auch häufig für Paläontologen wesentliche und relevante Artikel beinhalten. Auf populärwissenschaftlicher aber durchaus anspruchsvoller Ebene informiert bestens das monatlich erscheinende Spektrum der Wissenschaft (Heidelberg, deutsche Ausgabe von Scientific American), u.a. auch über aktuelle paläontologische Themen. Überwiegend handelt es sich bei den beiden zuerst genannten Zeitschriften um kurze, prägnante Originalmitteilungen, gelegentlich aber auch um Übersichtsartikel von hohem wissenschaftlichen Wert. Solche Übersichten dominieren in der zuletzt genannten Zeitschrift. Bei den geowissenschaftlichen Zeitschriften empfielt es sich zumindest, die jeweils neueste Nummer der Monatszeitschrift Geology (Boulder/Colorado) zu konsultieren. Alle Artikel umfassen jeweils nur ca. 4 Seiten und bieten einen guten Überblick zu aktuellen Themen, auch solchen, die die Paläontologie betreffen. Unter den biologischen Zeitschriften gibt es ebenfalls ein empfehlenswertes Monatsmagazin, nämlich Trends in Ecology and Evolution (Oxford). Auch hier werden öfter in knapper, präziser Form relevante paläontologische Themen behandelt, die wie der Titel der Zeitschrift schon verrät, in Bezug zur Evolution der Organismen stehen. Die Masse der neuen Ergebnisse ist natürlich in speziellen paläontologischen Zeitschriften niedergelegt. Hier ist die Auswahl am größten und ein vollständiger Überblick kaum zu gewinnen, unter anderem, weil für zahlreiche Organismengruppen spezielle Zeitschriften existieren. a) Themen der Allgemeinen Paläontologie, die von breiterem Interesse sind, finden sich etwa in Zeitschriften wie: Lethaia (Oslo), Palaios (Tulsa/Oklahoma) und Paleobiology (Lawrence/Kansas). b) An dieser Stelle sei auch auf die Zeitschriften verschiedener Paläontologischer Gesellschaften bzw. Vereinigungen verwiesen, etwa auf: Zeitschrift der Paläontologischen Gesellschaft (Paläontologische Zeitschrift) (Stuttgart), Palaeontology (London) und Journal of Paleontology (Lawrence/Kansas). Abschließend sei daran erinnert, daß einige Zeitschriften auch Kurzreferate bieten, also Übersichten und Inhaltsangaben von Artikeln anderer Zeitschriften (vorzugsweise solche aus Nature und Science). In diesem Zusammenhang soll insbesondere auf die Naturwissenschaftliche Rundschau (Stuttgart) hingewiesen werden. Die Lektüre ersetzt natürlich nicht das Studium der Originalarbeiten, kann aber wertvolle Hinweise, Zusammenfassungen und Ergänzungen bieten.
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