Jahrestagung 2009 der Paläontologischen
Gesellschaft in Bonn
Jahrestagung 6.-8. Oktober 2010 in München, Organisationsteam: B. Reichenbacher, M. Krings, G. Wörheide
Jahrestagung im Herbst 2011 in Wien
2012: 100 Jahre Paläontologische Gesellschaft, Berlin/Greifswald
Impressionen von der PalGes Tagung 2008 in Erlangen
Bericht von der PalGes Tagung 2008 in Erlangen
Pressebericht von der Nachexkursion:

Chamer Zeitung von Samstag, den 13.09.2008
77. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft
TU Bergakademie Freiberg, 17. - 19. September 2007
Tagungsmotto: "Fossile Ökosysteme"
Tagungswebsite:
Bericht von der Tagung
Die 77. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft fand am Institut für Geologie der Technischen Universität Bergakademie Freiberg statt und stand unter dem Motto "Fossile Ökosysteme". Die sehr gelungene Organisation der Tagung verdanken wir Prof. Jörg Schneider, Dr. Olaf Elicki und Dr. Thomas Wotte, die mit ihrer Mannschaft für ein sehr abwechslungsreiches wissenschaftliches Programm, Key-note lectures, Workshops und Abendveranstaltungen während der eigentlichen Tagung sowie Exkursionen im Vorfeld und nach der Tagung sorgten. Mehr als 200 Teilnehmer/-innen trafen sich in Sachsen, darunter einige aus dem Ausland.
Die Vorexkursionen führten in die sächsische Kreide und grenzübergreifend, wie für das Freiberger Institut typisch, mit den tschechischen Kollegen in das Paläozoikum der Prager Mulde. Mit der Einweihung des "Arno-Hermann-Müller-Weges" fand die eigentliche Tagung dann einen würdigen Beginn. Hierdurch wurde der ehemalige Freiberger Professor und Wegbereiter der modernen Paläontologie und Verfasser des bekannten mehrbändigen Standardwerkes der Paläontologie geehrt, was auch der Zusatz zum neuen Straßenschild verkündet (Bild 1). Die dem Straßenschild benachbarte und aus diesem Anlass aufgestellte Gesteinsplatte stammt aus dem bekannten Perm des Bromacker (Tambach-Dietharz, Thüringen), zu welchem auch eine der Nachexkursionen führte (Bild 1). Noch am Vorabend der Tagung fand die Ice-breaker Party am Geologischen Institut "Humboldt-Bau" in Form eines großen Barbecues mit mehr als 100 Gästen statt.
 Bild 1: Das Geologische Institut in Freiberg mit dem neuen Straßenschild, sowie eine Gesteinsplatte aus dem Rotliegend-Steinbruch von Tambach-Dietharz in Thüringen (siehe auch Steinbruchfoto) über den Müller arbeitete und in das eine der Tagungsexkursionen führte.
Das wissenschaftliche Programm der 77. Jahrestagung wurde am 17.9. durch Key-note lectures eröffnet. Dr. Ronny Rößler aus Chemnitz und Prof. Martin D. Brasier aus Oxford berichteten über "Versteinerte Wälder im Perm der Nord- und Südhalbkugel" und die "Evolution of fossil preservation through Deep Time".
Die Jahrestagung wurde mit dem Exzellenzwettbewerb des "Tilly-Edinger-Symposiums" weitergeführt. Von den Bewerbern um den Tilly-Edinger-Preis für Nachwuchswissenschaftler unter 35 Jahren, waren fünf Kandidaten für einen Vortrag ausgewählt worden: Ellen Schulz aus Hamburg sprach über neue Erkenntnisse zur Ernährung pleistozäner Equidae und Matthias López Correa aus Erlangen berichtete über die Kalibrierung von Aminosäure-Chronologien an radiometrisch datierten Proben aus dem Bathyal des Mittelmeeres und Nordatlantiks. Im Anschluß führte Daniela Schwarz aus Basel aus, was das Axialskelett der Sauropoden über deren Lebensweise verrät. Der Frage nach dem Klimawandel und der entsprechenden Veränderung der Säugerfauna am Ende der letzten Eiszeit ging Julia Fahlke aus Bonn nach und schließlich zeigte Lydia Beuck aus Erlangen die Anwendung von Computertomographie bei der Erforschung von marinen Bohrorganismen auf. Von den vorgetragenen, auf hohem wissenschaftlichen Niveau stehenden Projekten waren insbesondere jene von Matthias López Correa und Daniela Schwarz durch ein besonders hohes Maß an Interdisziplinarität und Innovation geprägt, weshalb der Tilly-Edinger-Preis erstmals nicht nur an eine Person sondern an zwei Nachwuchswissenschaftler(in) vergeben wurde (Bild 2).
 Bild 2: Die Gewinner des Tilly-Edinger-Preises Matthias López Correa (Erlangen) und Daniela Schwarz (Basel).
Weitere Ehrungen erfuhren auf der Tagung Prof. Kenneth D. Rose von der John Hopkins University Baltimore als korrespondierendes Mitglied der Paläontologischen Gesellschaft (Bild 3) und Rolf Goßmann aus Bonn, welcher die Zittel-Medaille für verdiente Amateurpaläontologen erhielt.
Bild 3: Ehrung von Prof. Kenneth D. Rose von der John Hopkins University Baltimore als korrespondierendes Mitglied der Paläontologischen Gesellschaft.
Die Breite der Tagungsthemen zeigte, dass auch diese 77. Jahrestagung fachlich ausgewogen und nahezu alle Gebiete der Paläontologie vertreten waren. Mit verschiedenen Schwerpunkten wurden dennoch besondere Akzente gesetzt, auch im Zusammenhang mit den Forschungsschwerpunkten am Tagungsort. So gab es spezielle Vortragsblöcke zu kontinentalen Ökosystemen, zu proterozoischen und frühpaläozoischen Biota sowie zur Ichnologie, die aufgrund der Teilnahme ausländischer Kollegen in Englisch abgehalten wurden.
Der Posterwettbewerb erfreute sich der inzwischen gewohnten großen Beliebtheit. Den 1. Preis erhielt das Poster von Sebastian Voigt und Koautoren: "An extraordinary lake basin - the Madygen fossil lagerstaette (Middle to Upper Triassic, Kyrgyzstan, Central Asia)". Der 2. Preis wurde zweimal vergeben: Er ging an Henning Scholz und Jennifer Howes: "Muster ohne Wert? Süßwasser-Mollusken der deutschen Zentralafrika-Expedition von 1907-1908", und an Jan Fischer und Koautoren: "Two distinctive elasmobranch egg capsules from freshwater deposits of the Madygen Formation (Middle to Upper Triassic, Kyrgyzstan, Central Asia)". Den 3. Preis erhielt das Poster von Benjamin Bomfleur und Koautoren: "A composite fluorescence micrograph of a complete pinnule of Autunia conferta".
Besondere Highlights auch dieser Jahrestagung waren die jeweiligen Abendprogramme. Im öffentlichen Abendvortrag illustrierte Dr. Martin Sander aus Bonn mit dem Vortrag "Dinosaurier: Technikwissenschaften erschließen gigantische Biokonstruktionen" das Feld der Bionik einmal sozusagen rückwärts und zeigte, dass unser Verständnis für natürliche Konstruktionen auch aus der Entwicklung angewandter Technik wachsen kann.
Das "Conference Dinner" fand in den Räumlichkeiten des Brauhofes statt und bot in sehr angenehmer Atmosphäre Möglichkeit zu gelöster Diskussion und Plausch.
Im Namen aller Mitglieder der Paläontologischen Gesellschaft bedanken wir uns bei Prof. Jörg Schneider, Dr. Olaf Elicki und Dr. Thomas Wotte für die hervorragende Ausrichtung der Jahrestagung. Es war zwar die erste Tagung unserer Gesellschaft in Freiberg, aber sicher nicht die letzte!
Jens Lehmann (Bremen) & Jes Rust (Bonn), Fotos: J. Lehmann
Verleihung der Karl-Alfred-von-Zittel Medaille 2007 an Herrn Rolf Goßmann, Bonn Laudatio
76. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft
Kiel, 28. - 30. August 2006
Paläontologie zwischen Land und Meer
Prämierte Poster auf der Jahrestagung:
1.Preis
(PDF)
2.Preis
(JEPG)
3.Preis
(PDF)
"Paläontologie zwischen Land und Meer" 76. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft vom 28.-30.08.2006 in Kiel
Die 76. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft am Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel stand unter dem Motto "Paläontologie zwischen Land und Meer". Die gelungene Organisation der Tagung verdanken wir Prof. Dr. Priska Schäfer, die mit ihrem Team für das Angebot eines abwechslungsreichen wissenschaftlichen Programms nebst Exkursionen, Workshops und Abendveranstaltungen sorgte. Über 160 Teilnehmer/-innen fanden den Weg in den "hohen Norden", darunter auch etliche aus dem Ausland. Mit dem Exzellenzwettbewerb des "Tilly-Edinger-Symposiums" für Nachwuchswissenschaftler unter 35 Jahren wurde die Tagung auch in diesem Jahr eröffnet. Aus der Reihe der diesjährigen Bewerber um den Tilly-Edinger-Preis Preis waren fünf Kandidaten eingeladen worden einen Vortrag zu halten: Andreas Kroh (Wien), berichtete über neogene Echinodermenfaunen der Paratethys. Torsten Scheyer (Bonn) verglich die Knochenmikrostruktur des Schildkrötenpanzers und leitete daraus Interessantes zur Phylogenie und Palökologie der Schildkröten ab. Nicole Schröder-Rogalla (Dresden) untersuchte das Wachtstum der Rostroconchier. Torsten Wappler (Bonn) fragte am Beispiel des Eozän der Eifel, wie Klima und Insektenvorkommen zueinander passen. Der glückliche Gewinner des "Tilly-Edinger-Symposiums" war schließlich Klaus Wolkenstein (Heidelberg), der mit seiner Analyse der Pigmente rezenter und fossiler Crinoiden den beiden für die Preisvergabe wichtigen Kriterien Interdisziplinarität und Innovation in hervorragender Weise entsprach. Auch die besonders rege Teilnahme, die das Tilly-Edinger-Symposium erfuhr, zeigte den Stellenwert der Preisvergabe deutlich. In der Mitgliederversammlung betonte die Präsidentin der Paläontologischen Gesellschaft dann auch, dass bereits die Einladung der Kandidaten zur Teilnahme am Tilly-Edinger-Symposium eine Auszeichnung ist.
Durch das weitere wissenschaftliche Programm der Tagung führte eine Reihe von Key-Notes herausragender Wissenschaftler/innen. Helena Fortunato (Balboa, Panama) hielt den Eröffnungsvortrag mit einem Beitrag zu Evolutionsmustern infolge der Schließung des Isthmus von Panama. In weiteren Keynotes berichteten, unter anderem, Angela Bruch (Frankfurt/Main) über "Klimamuster im Miozän Europas - längs- oder quergestreift?", Jonathan Erez (Jerusalem) über "An overview of carbon cycling, calcification and stable isotope fractionation in foraminifera and corals", Steffen Kiel (Leeds, UK) über "Artenvielfalt in der Tiefsee - von Wüsten, Oasen und Anpassungswegen", Johanna Kovar-Eder (Stuttgart) & Ko-Autoren über "Mapping Neogene vegetation based on the integrated fossil plant record" sowie Martin Sander (Bonn) über "Biologie und Gigantismus der sauropoden Dinosaurier". Die Breite aller Themen zeigt, wie fachlich ausgewogen die 76. Jahrestagung war und dass sowohl die Spezialisten wie auch die "Allrounder" auf ihre Kosten kamen. Die fachliche Breite spiegelten natürlich auch die verschiedenen Symposien wieder: Von Evolution und Molekulargenetik, Evolution und Fossilien, Biodiversität, Biomineralisation und Geochemie bis hin zu Konstruktionsmorphologie und Bionik sowie Ozeanzirkulation, Klima und Biosphäre reichte die Palette. Damit zeigte die Tagung auch, welche Fülle moderner Forschungsansätze die Mitglieder der Paläontologischen Gesellschaft vertreten.
Wie in den letzten Jahren erfreute sich auch der Posterwettbewerb wieder großer Beliebtheit. Den 1. Preis erhielt das Poster von Jürgen Kriwet & Coautoren: Taxonomy and distribution of Late Jurassic angelsharks (Chondrichthyes: Squatinidae), der 2. Preis ging an Mathias López-Correa & Coautoren: Acesta excavata als hochauflösendes Paläoumwelt-Archiv in Pleistozänen bis Rezenten Kaltwasserkorallen-Habitaten des Nordatlantik und des Mittelmeers, und den 3. Preis erhielt das Poster von Jahn Hornung & Mike Reich: The "Wealden" Collection of Max Ballerstedt (1857-1945). Die drei prämierten Poster siehe Links oben.
Das Thema Öffentlichkeitsarbeit ist Vorstand, Beirat und Mitgliedern der Gesellschaft gleichermaßen wichtig. So war, wie in den letzten Jahren, auch in Kiel ein Symposium speziell der Öffentlichkeitsarbeit gewidmet. Die Inhalte haben sich hier erstaunlich (und erfreulich) divers entwickelt. Von der Vermittlung geowissenschaftlicher Aspekte für Kinder bis hin zur Beurteilung und dem Nutzen nationaler paläontologischer Denkmäler wurde ein Bogen gespannt.
Besondere Highlights auch dieser Jahrestagung waren die jeweiligen Abendprogramme. Im Öffentlichen Abendvortrag begeisterte Antonia B. Kesel vom Bionik-Innovationszentrum der Hochschule Bremen mit ihrem hochinteressanten und mitreißenden Vortrag über "Marine Bionik - Patente aus dem Meer". Während des "Conference Dinner" in den Räumen des Instituts für Meereswissenschaften - GEOMAR mundete nicht nur das reichhaltige Buffet, sondern es gab die Gelegenheit zu Einblicken in die Räumlichkeiten, Logistik und apparative Ausstattung des Institutes. Die Gerätehalle war zum Abendessen hergerichtet worden und verlieh der Veranstaltung ein besonderes Ambiente in der Umgebung aus Meerestechnik - typisch für eines der "Nordinstitute" mit engem Bezug zum Meer.
Auch das Exkursionsprogramm bot durch die großen Möglichkeiten, die von Kiel aus bestehen, reichlich Abwechslung. Dem Tagungstitel "Paläontologie zwischen Land und Meer" entsprechend war die erste Exkursion (am 26.08.) eine Schiffsausfahrt mit dem FS Littorina in die Ostsee. Parallel erfolgten Fahrten in die Oberkreide von Lägerdorf/Kronsmoor und das Geschiebekliff Stohler (beide am 27.08.). Ein Höhepunkt des Exkursionsprogrammes war wegen seiner internationalen Bekanntheit sicher die Exkursion nach Seeland, zur Kreide-Paläogen-Grenze (31.08.). Den Abschluss bildete wiederum eine Exkursion "zwischen Land und Meer", nämlich in das Watt von Westerhever.
Im Namen aller Mitglieder der Paläontologischen Gesellschaft, die an der Tagung in Kiel teilnehmen konnten, bedanken wir uns bei Priska Schäfer, Hanno Kinkel und Beate Bader, bei den uns umsorgenden Damen Heidi Blachek, Bettina Kaste, Brigitte Schröder und Ute Schuldt, bei den Studierenden Frauke Menzel, Harald Meyer, Sonja Reich und Nina Thomas, bei den Photografen Beatrix Hecht und Dr. Andrej Ernst sowie bei den "im Hintergrund" wirkenden Mitarbeitern Jürgen Lentföhr und Wolfgang Reimers für die vorzügliche Ausrichtung unserer Jahrestagung. Wir haben viel gelernt und uns sehr wohl gefühlt!
Jens Lehmann (Bremen) & Bettina Reichenbacher (München)
Bericht von der Jahrestagung als PDF
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