AK Frühes Leben

AK Frühes Leben

Geologische und biologische Prozesse sind über die Erdgeschichte hinweg unmittelbar miteinander verknüpft. Diese permanente Wechselwirkung ist die entscheidende Triebkraft für viele evolutionäre Entwicklungen. Trotz dieser fundamentalen Bedeutung ist die Co-Evolution von Leben und Erde während kritischer Zeitintervalle bisher jedoch nur sehr unzureichend verstanden. Dies ist zu einem erheblichen Teil darauf zurückzuführen, dass Forschungsaktivitäten tendenziell eher disziplin- als problem-spezifisch ausgerichtet sind, was eine holistische Diskussion entscheidender Entwicklungen erschwert.

Der Arbeitskreis „Frühes Leben“ soll als Forum für die interdisziplinäre Diskussion von jeglichen Themen dienen, die sich mit der Co-Evolution von Leben und Erde über geologische Zeiträume beschäftigen. Kernthemen umfassen die Rekonstruktion von Lebensprozessen im Hadaikum/Archaikum, die Diversifizierung von komplexen Organismen (Metazoen, Metaphyten) im Neoproterozoikum-Kambrium, sowie kritische Intervalle des Phanerozoikums (z.B. die Perm-Trias-Grenze). Anmerkungen, Anregungen sowie Vorschläge für weitere Themen sind jederzeit willkommen.

Alle Interessenten werden gebeten, sich mit Jan-Peter Duda und/oder Joachim Reitner in Verbindung zu setzen.

Bericht AK Frühes Leben 2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit des letzten Berichtes über Aktivitäten des Arbeitskreises Frühes Leben (09.03.2022) haben wir uns u.a. erfolgreich bei der GeoMin Köln (11.–15.09.2022) eingebracht, wobei es uns gelungen ist, geobiologisch-paläontologische Themen zentral und prominent zu platzieren.

Zum einen habe ich gemeinsam mit Christine Heim und Mißbach-Karmrodt (beide Geobiologie Köln) sowie Manuel Reinhardt (Geobiologie Göttingen) eine geobiologisch-paläontologisch ausgerichtete Session mit dem Titel „Living Earth – geobiological and paleontological perspectives on an evolving planet” organisiert. Die Session wurde, wie gewohnt, thematisch und inhaltlich bewusst breit gehalten. Dies hat sich auch in der enormen Bandbreite der Beiträge ausgedrückt, in denen diverse geo- biologisch-paläontologische, biosedimentologische, und biogeochemische Themen präsentiert wurden. Die Session ist am zweiten Tagungstag (13.09.2022) gelaufen und hatte mit insgesamt 2 Vortragsblöcken einen beachtlichen Umfang. Sie hat fächerübergreifend großen Anklang gefunden und eine nachhaltig positive Resonanz erzeugt.

Zweitens, und hinsichtlich der Außenwirkung unseres Faches sicher weit bedeutender, ist es uns gelungen, niemand geringeres als Kurt Konhauser (University of Alberta, Kanada) für einen Plenarvortrag einfliegen zu lassen. Kurt ist einer der führenden und auch bekanntesten Geomikrobiologen mit erd- und lebensgeschichtlichem Schwerpunkt weltweit. Nicht zuletzt aufgrund der enormen Publikumswirksamkeit wurde Kurts Plenarvortrag, in dem er die immense und doch noch immer häufig völlig ignorierte Bedeutung biologischer Prozesse für die Bildung präkambrischer Banded Iron Formations (BIFs) illustrierte, auf den wohl prominentesten Zeitpunkt der Tagung gelegt (als erster von insgesamt 3 Plenarvorträgen, unmittelbar nach u.a. der Eröffnungsrede des Präsidenten der Leopoldina sowie der Vergabe der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der DGGV, DMG, und DFG). Ein Beitrag zur fundamentalen Bedeutung geobiologischer Prozesse auf das System Erde war somit zentraler Bestandteil und eines der absoluten Highlights der Tagung.

Natürlich sind wir bei der Organisation solcher Aktivitäten auf tatkräftige und auch finanzielle Unterstützung angewiesen. In diesem Zusammenhang möchte ich zum einen C. Münker und D. Hülle (Universität zu Köln) sowie der DFG (SPP 1833 „Building a Habitable Earth“) danken, die uns geholfen haben, die Session sowie den Plenarvortrag zu realisieren. Zum anderen bedanke ich mich auch herzlich bei Vanessa (Roden), Tina (Schlüter), und dem Team Öffentlichkeitsarbeit der PalGes, die dabei geholfen haben, die Session über Kommunikationskanäle der Gesellschaft zu bewerben.

Quo vadis AK Frühes Leben? Unsere zukünftigen Aktivitäten werden darauf abzielen, die erd- und lebensgeschichtlich orientierte sowie gesteins- und fossilbasierte Geobiologie in Deutschland weiter zu etablieren. Ein wichtiges Ziel liegt hier in dem Aufbau eines internationalen Workshops. Dies wird nicht nur die Sichtbarkeit des Feldes erhöhen, sondern auch dazu beitragen, Nachwuchs für unser Fach zu begeistern und zu gewinnen. Kurt hat zugesagt, uns in dieser Sache voll zu unterstützen. In welchem zeitlichen Rahmen dies realisierbar sein wird, ist aufgrund meiner aktuellen beruflichen Situation derzeit nur schwer abzuschätzen, ich bin aber optimistisch, dass es schon bald damit weitergehen kann.

 

Sprecher des Arbeitskreises

Prof. Dr. Jan-Peter Duda
Geobiologie
Geowissenschaftliches Zentrum
Georg-August-Universität Göttingen
Goldschmidtstr. 3

37077 Göttingen

E-Mail

 

Kontakt

Paläontologische Gesellschaft
Geschäftsstelle
Schumannstr. 144
63069 Offenbach am Main
Tel.: 069 / 403 585 77
Fax: 069 / 403 560 26
Email: geschaeftsstelle(at)palges.de
Internet: www.palges.de

Newsletter bestellen
Mitglied werden
Unsere Datenschutzerklärung

Spenden

Aktuelle Meldungen

Kunstausstellung „Prähistorisches Deutschland“

Die Paläontologische Gesellschaft möchte hiermit gerne auf eine kleine Kunstausstellung in Augsburg...

Weiterlesen

Wir freuen uns sehr, mitteilen zu können, dass die Anmeldung zur 93. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft 2022 (19.09.-23.09.2022 in...

Weiterlesen

Nach nun 2 Jahren ohne ein Arbeitskreistreffen Wirbeltierpaläontologie, freuen wir uns, Sie/Euch vom 22.7. bis 24.7. zum 47. Treffen persönlich in...

Weiterlesen